Die ikonische japanische Figur mit den runden Ohren schlägt einen neuen Weg ein. Sanrio, der Schöpfer von Hello Kitty, kündigte am 21. April 2026 offiziell die Gründung einer eigenen Videospielabteilung an. Bisher wurden die digitalen Abenteuer der Charaktere externen Studios anvertraut. Nun übernimmt das Unternehmen die Kontrolle über seine Lizenz zurück und verfolgt ehrgeizige Ziele: Zehn eigens entwickelte Spiele sollen in den nächsten drei Jahren entstehen und bis März 2027 Investitionen von bis zu 10 Milliarden Yen – umgerechnet etwa 53 Millionen Euro – generieren.
Sanrio Party Land, der erste Titel, der voraussichtlich diesen Herbst für Nintendo Switch erscheint
Der Startschuss fällt im Herbst 2026 mit Sanrio Party Land für Nintendos Switch und Switch 2. Der erste Titel verspricht über 45 Minispiele und mehr als 145 Charaktere aus dem Sanrio-Universum, darunter Hello Kitty, Cinnamoroll und Kuromi. Spieler können außerdem ihre eigenen Avatare in einer Stadt voller Sanrio-Charaktere erstellen. Das genaue Erscheinungsdatum und der Preis wurden noch nicht bekannt gegeben. Hinter diesem Einstieg in die Gaming-Welt steckt eine gezielte Neuausrichtung. „Wir wollen Menschen erreichen, die bisher nicht zu unserer traditionellen Zielgruppe gehörten, wie Jungen und erwachsene Männer“, sagte CEO Tomokuni Tsuji auf einer Pressekonferenz. Das Unternehmen hofft zudem, seine Präsenz in Regionen zu stärken, in denen seine Produkte derzeit noch nicht so weit verbreitet sind.
Eine Ikone ohne Geschichte, die auf ihrer Flexibilität beruht
Hello Kitty, die in den 1970er-Jahren als schlichtes Dekomotiv auf einem Vinyl-Geldbeutel entstand, ist zu einem der bekanntesten Symbole der japanischen Kawaii-Kultur geworden. Ihre Einzigartigkeit liegt unter anderem in ihrem Minimalismus: Die Figur, die trotz ihres Aussehens eigentlich ein kleines Mädchen aus London und keine Katze ist, hat keinen Mund. Anders als Franchises wie Pokémon oder Dragon Ball, die auf komplexen Geschichten basieren, setzt Hello Kitty auf eine offene Identität. Dies ermöglichte Kooperationen mit so unterschiedlichen Marken wie Adidas und Balenciaga und eine Präsenz auf Zehntausenden von Produkten. Das Videospiel ist Teil einer umfassenderen Expansion: Ein von Warner Bros. produzierter Film wurde bereits für 2028 angekündigt.

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