Am Dienstag, dem 24. März, kündigte Epic Games die Entlassung von über 1.000 Mitarbeitern an. Diese einschneidende Entscheidung, die CEO Tim Sweeney intern bestätigte, steht im Zusammenhang mit einem rückläufigen Interesse an „Fortnite“, das laut Sweeney im Jahr 2025 begann. Das amerikanische Studio, ein Gigant der Videospielbranche, stellt klar, dass seine Ausgaben die Einnahmen überstiegen haben.
In ihrer Mitteilung an die Mitarbeiter betont die Geschäftsleitung die Notwendigkeit des finanziellen Überlebens. Das erklärte Ziel ist es, die Kosten zu senken, um die Finanzierung des Unternehmens zu sichern. Epic verspricht betroffenen Mitarbeitern eine Abfindung von mindestens vier Monatsgehältern und kündigt ein Sparprogramm in Höhe von 500 Millionen US-Dollar an, ohne jedoch die betroffenen Abteilungen oder den genauen Zeitplan zu nennen. Für die verbleibenden Mitarbeiter herrscht oft bedrückendes Schweigen: Sie erfahren die Summe und warten ab, was als Nächstes passiert.
Dies ist nicht die erste Entlassungsrunde. Bereits im September 2023 hatte Epic Games 830 Stellen abgebaut, was etwa 16 % der damaligen Belegschaft von rund 5.400 Mitarbeitern entsprach. Dieses wiederholte Vorgehen spricht Bände über eine Branche, die sich daran gewöhnt hat, schnell, manchmal zu schnell, zu wachsen und ihren Fortschritt dann abrupt zu stoppen, wenn der Markt schwächelt.
Wenn die Party zu Ende ist, kommt die Rechnung.
Tim Sweeney beschreibt ein weniger günstiges Umfeld für sein Flaggschiff-Spiel: sinkende Spielerkäufe, langsameres Wachstum, eine als weniger dynamisch wahrgenommene Konsolengeneration und verstärkter Wettbewerb, auch durch andere Unterhaltungsformen. Letzte Woche hatte Epic bereits die Preise für die virtuelle Währung von Fortnite erhöht und dies mit steigenden Betriebskosten begründet. Ein durchaus typisches Signal: Wenn man den Ticketpreis erhöht, braucht man entweder dringend Geld oder etwas finanziellen Spielraum.
Epic Games ist weit mehr als nur ein Spiel, auch wenn „Fortnite“ nach wie vor das Aushängeschild ist. Das Unternehmen, gegründet Anfang der 1990er-Jahre, besitzt außerdem „Rocket League“, den Epic Games Store und vor allem die Unreal Engine, eine in der Branche weit verbreitete Engine. Doch in diesem Geschäft dominiert das Starprodukt oft alles andere – wie ein Scheinwerfer, der zu hell strahlt und den Hintergrund in den Schatten stellt.
Dieser neue Plan ist Teil einer scheinbar endlosen Entlassungswelle in der Videospielbranche seit Beginn der Krise im Jahr 2022. Electronic Arts kündigte im März einen Personalabbau an, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Ubisoft sprach von rund hundert Stellenstreichungen bei Red Storm Entertainment im Zuge anderer Maßnahmen, und Microsoft reduzierte seine Teams im Juli drastisch, was zu mehreren hundert Abgängen in den verschiedenen Studios führte. Mit diesen Kürzungen sucht die Branche nach einem Gleichgewicht, in dem Spiele weiterhin Träume beflügeln, ohne dass die Gewinne darunter leiden.
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