Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete am Freitag ein ehrgeiziges Industrieziel: die Produktion von 500 bis 1000 Abfangdrohnen pro Tag, um die Luftverteidigung des Landes gegen die anhaltenden russischen Angriffe zu stärken. Bei einem Besuch in einer auf die Herstellung dieser Drohnen spezialisierten Fabrik betonte er deren entscheidende Rolle beim Schutz ukrainischer Städte vor den von Moskau ausgesandten Angriffsdrohnen.
In seiner abendlichen Videoansprache erklärte Selenskyj, dass ein Produktionsplan und ein strikter Zeitplan für die Umsetzung offiziell genehmigt worden seien. „Jeder beteiligte Beamte ist persönlich für die Umsetzung verantwortlich“, betonte er und verdeutlichte damit den Wunsch der ukrainischen Behörden, ihre Autarkie in der Verteidigungstechnologie zu beschleunigen.
Der Präsident erwähnte auch die Amtseinführung des neuen Verteidigungsministers Denys Schmyhal, der seiner Aussage nach ausländische Hilfen für eine stabile Waffenversorgung der ukrainischen Streitkräfte gesichert habe. Obwohl kein Geberland explizit erwähnt wurde, bleibt die westliche Unterstützung eine strategische Säule der ukrainischen Kriegsanstrengungen.
In einem Zermürbungskrieg, in dem Drohnen eine immer zentralere Rolle spielen, setzt Kiew auf die massive Entwicklung dieser Geräte, um feindliche Flugzeuge abzufangen, bevor sie städtische Gebiete erreichen. Selenskyj hatte bereits Anfang Juli die zunehmende Wirksamkeit dieser Abfangjäger bei der Neutralisierung russischer Angriffe hervorgehoben.
Die verstärkte Produktion von Abfangdrohnen markiert eine neue Stufe der technologischen Militarisierung der Ukraine. Sie versucht, ihre Unterlegenheit gegenüber der russischen Feuerkraft aus der Luft auszugleichen. Durch die Internalisierung dieser Fähigkeit hofft das Land, seine strategische Autonomie zu stärken und seine Abhängigkeit von ausländischen Waffenlieferungen zu verringern.
Diese Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da der Krieg, der bereits seit mehr als drei Jahren andauert, an mehreren Fronten festgefahren ist und der Wiederaufbau des Landes, der auf einer internationalen Konferenz in Rom diskutiert wurde, nicht erreicht werden kann, solange die Bedrohung aus der Luft die zivile Infrastruktur belastet.