Das US-Außenministerium erklärte am Montag, die US-Behörden hätten bei der Freilassung von Tom Artjom Alexandrowitsch, einem hochrangigen israelischen Beamten, der wegen eines Sexualverbrechens an einer Minderjährigen angeklagt sei, keine Rolle gespielt.
Alexandrowitsch, der von israelischen Medien als leitender Abteilungsleiter der israelischen Nationalen Cyber-Direktion beschrieben wird, war einer von acht Personen, die letzte Woche bei einer verdeckten Operation der Las Vegas Metropolitan Police festgenommen wurden. Die Operation zielte laut einer Erklärung der Strafverfolgungsbehörden speziell auf „Sexualstraftäter im Kindesalter“ ab.
Aus Gerichtsdokumenten des Staates Nevada, die Reuters vorliegen, geht hervor, dass dem Mann vorgeworfen wird, er habe ein Kind – oder eine psychisch kranke Person – mit elektronischen Mitteln zu sexuellen Zwecken angelockt oder dies versucht zu haben.
Israelische Medien berichteten am Donnerstag, Alexandrowitsch sei von den US-Behörden freigelassen worden und bereits nach Israel zurückgekehrt. Diese Entwicklung wirft Fragen nach einer möglichen diplomatischen Intervention auf, die Washington jedoch entschieden zurückweist.
Der Grund für die Anwesenheit des israelischen Beamten in Las Vegas wurde nicht bestätigt. Allerdings fand in der Stadt zu diesem Zeitpunkt die Black Hat statt, eine der größten Konferenzen der Cybersicherheitsbranche. Ein Vertreter der Veranstaltung sagte, die Konferenz gebe keine Informationen über die Teilnehmer heraus.
Der Fall, in dem es um Cybersicherheit und schwere Straftaten geht, hat sowohl in Israel als auch in den USA für erhebliche Medienaufmerksamkeit gesorgt. Er droht zudem, die Debatte über die sensiblen Verbindungen zwischen Cybersicherheitsbeamten und ihren Aktivitäten im Ausland neu zu entfachen.