Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán wird am 7. November nach Washington reisen, um sich mit dem US-Präsidenten zu treffen. Donald TrumpZiel dieses Besuchs ist es, die Bedingungen für eine mögliche Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den Vereinigten Staaten und Russland im Kontext des langwierigen Krieges in der Ukraine und der anhaltenden Energiespannungen in Europa auszuloten, erklärte sein Stabschef Gergely Gulyás am Donnerstag.
Laut Gulyás wird sich das Treffen vor allem darauf konzentrieren, „einen realistischen diplomatischen Weg zur Wiederherstellung des Friedens in Europa zu finden“ und die Möglichkeit eines künftigen Gipfeltreffens zwischen Washington und Moskau zu erörtern. Viktor Orbán, bekannt für seine oft abweichenden Positionen innerhalb der Europäischen Union, plädiert seit mehreren Monaten für direkte Verhandlungen zwischen den Großmächten und argumentiert, dass „Krieg nur durch Diplomatie, nicht durch Sanktionen, gelöst werden kann“.
Der ungarische Ministerpräsident wird voraussichtlich auch eine teilweise Ausnahmeregelung von den US-Sanktionen gegen Russland beantragen. Budapest, das stark von russischem Gas und Öl abhängig ist, hat sich wiederholt gegen die von Brüssel beschlossenen und von Washington unterstützten Beschränkungen ausgesprochen.
Diese Initiative steht im Einklang mit Orbáns einzigartiger Außenpolitik, die auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Westen und Moskau abzielt. Seine offene Annäherung an Wladimir Putin, die sich in mehreren jüngsten Treffen zeigte, hat häufig Spannungen mit seinen europäischen Partnern, insbesondere Polen und Deutschland, verursacht.
Donald Trump hat seinerseits wiederholt seine Unterstützung für eine rasche Lösung des Ukraine-Konflikts bekräftigt und erklärt, er würde den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden, sollte er eine Einigung zwischen Kiew, Moskau und Washington erzielen. Das Treffen am 7. November könnte daher als Test dienen, um die Machbarkeit dieses diplomatischen Vorhabens zu prüfen, da Russland und die Vereinigten Staaten seit über einem Jahr keinen offiziellen Dialog auf hoher Ebene mehr geführt haben.
Dieser Besuch von Viktor Orbán, der als Versuch einer strategischen Neuausrichtung gesehen wird, erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Europa, das sowohl mit der Erschöpfung der Unterstützung für die Ukraine als auch mit den anhaltenden wirtschaftlichen Folgen der Energiesanktionen konfrontiert ist.