Israelischer Premierminister Benjamin Netanyahu Am Samstag hieß es, man hoffe, „in den kommenden Tagen“ die Freilassung aller in Gaza festgehaltenen Geiseln bekannt geben zu können, während in Ägypten die indirekten Gespräche zwischen Israel und der Hamas über einen neuen amerikanischen Plan zur Beendigung des Krieges fortgesetzt werden.
In einer kurzen Erklärung vom Samstagabend erklärte Netanjahu, er habe eine Delegation nach Kairo geschickt, um „die technischen Details zu klären“. Ziel sei es, die Verhandlungen auf wenige Tage zu beschränken. Zuvor hatte die Hamas erklärt, einige Elemente des vom US-Präsidenten vorgelegten Plans akzeptiert zu haben. Donald TrumpLetzterer begrüßte die Reaktion der palästinensischen Bewegung, warnte jedoch, dass „die Hamas schnell handeln muss, sonst wird alles in Frage gestellt.“
Einem hochrangigen israelischen Beamten zufolge hat das israelische Militär in Gaza eine Verteidigungsposition eingenommen, seine Truppen aber nicht aus dem Gebiet abgezogen. Der Beamte fügte hinzu, diese Entscheidung sei eine Reaktion auf eine direkte Aufforderung aus Washington gewesen, da Netanjahu fast zwei Jahre nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 zunehmendem Druck ausgesetzt sei, den Konflikt zu beenden.
Ein hochrangiger ägyptischer Beamter bestätigte, dass es bei den Gesprächen um die Freilassung israelischer Geiseln im Austausch gegen palästinensische Gefangene sowie um die Festlegung der Bereiche eines möglichen israelischen Rückzugs geht. Die USA, vertreten durch ihren Sondergesandten Steve Witkoff, werden voraussichtlich ihre Delegation bei den Gesprächen anführen.
Der US-Plan sieht die Freilassung der 48 Geiseln vor, die noch in Haft sind – etwa 20 von ihnen sollen noch am Leben sein – und zwar innerhalb von drei Tagen. Im Gegenzug würde Israel seine Offensive einstellen, sich aus großen Teilen Gazas zurückziehen und massive humanitäre Hilfe sowie einen schrittweisen Wiederaufbau zulassen.
Die Hamas erklärte sich bereit, die Geiseln auszuliefern und die Macht an andere palästinensische Akteure zu übertragen, betonte jedoch, dass einige Aspekte des Plans „weitere Konsultationen“ erforderten. Die Bewegung ging nicht auf die Frage der Abrüstung ein, die im Mittelpunkt des US-Vorschlags steht.
Trotz der Zweifel äußerten mehrere Geiselfamilien in Israel vorsichtige Hoffnung und sagten, die Aussicht, unsere Lieben wiederzusehen, sei nie näher gewesen. Sie forderten Donald Trump auf, den Druck auf beide Seiten aufrechtzuerhalten.
Die israelischen Bodenangriffe auf Gaza gingen am Samstag deutlich zurück, dennoch wurden nach Angaben der lokalen Behörden fünf Palästinenser getötet. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens gibt an, dass die Gesamtzahl der Kriegstoten inzwischen bei über 67.000 liegt, etwa die Hälfte davon sind Frauen und Kinder.