Der französisch-marokkanische Journalist Ali Lmrabet wurde am Sonntag, dem 12. Juli, bei seiner Ankunft aus Spanien am Flughafen Tanger festgenommen. Laut seiner Frau wird ihm die Verbreitung von Falschinformationen und die Gefährdung staatlicher Institutionen vorgeworfen. Die marokkanische Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht offiziell zu dem Fall geäußert.
Der 66-jährige Ali Lmrabet lebt seit einigen Jahren in Barcelona und zählt zu den führenden Stimmen der unabhängigen marokkanischen Presse. Aufgrund einer Verurteilung wegen Verleumdung im Zusammenhang mit Äußerungen über sahrauische Flüchtlinge in den Lagern von Tindouf – einem in Marokko besonders heiklen Thema – war ihm die journalistische Tätigkeit in Marokko von 2005 bis 2015 untersagt.
Eine Figur im kritischen Journalismus
Reporter ohne Grenzen (RSF) teilte mit, dass der Journalist nach Casablanca überführt und dort von der Nationalen Brigade der Kriminalpolizei verhört werden sollte, bevor er der Staatsanwaltschaft vorgeführt würde. Laut seiner Frau habe Ali Lmrabet ihr mitgeteilt, dass gegen ihn mehrere Haftbefehle wegen der mutmaßlichen Straftaten vorlägen.
Ali Lmrabet, Gründer der Wochenmagazine Demain Magazine und Doumane, die 2003 verboten wurden, wurde im selben Jahr wegen „Beleidigung des Königs“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, bevor er 2004 begnadigt wurde. Seit seiner Übersiedlung nach Spanien setzte er seine journalistische Tätigkeit fort und blieb dabei kritisch gegenüber den marokkanischen Behörden.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Schreiben Sie eine Rezension
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.