Die Europäische Union bekräftigte am Mittwoch ihre uneingeschränkte Unterstützung für Grönland und Dänemark und wies jegliche Infragestellung ihrer Souveränität sowie jegliche Verletzung des Völkerrechts zurück. Der Präsident des Europäischen Rates, António CostaEr bestand darauf, dass über die Zukunft Grönlands nicht ohne die Zustimmung der Bevölkerung und der dänischen Behörden entschieden werden könne.
In einer Rede zum Auftakt der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft erklärte Costa, Grönland gehöre seinem Volk und jede Entscheidung, die Grönland betreffe, müsse sowohl Grönland als auch Dänemark einbeziehen. Er betonte, die Europäische Union werde beiden Gebilden im Namen der europäischen Solidarität beistehen, falls nötig.
Diese Aussagen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem der amerikanische Präsident Donald Trump Die Idee einer US-amerikanischen Übernahme Grönlands ist jüngst wieder aufgekommen. Washington begründet dieses Interesse mit der strategischen Bedeutung der Insel für die amerikanische Verteidigung und wirft Dänemark gleichzeitig vor, keinen ausreichenden Schutz zu gewährleisten.
António Costa ordnete diese Position in einen breiteren Kontext ein und argumentierte, dass die regelbasierte internationale Ordnung zunehmend infrage gestellt werde. Seiner Ansicht nach müsse die Europäische Union angesichts dieser Herausforderungen – unabhängig vom jeweiligen Kontext – entschieden und konsequent handeln.
Er bekräftigte daher, dass die EU Verstöße gegen das Völkerrecht nicht hinnehmen könne, „weder in Zypern, Lateinamerika, Grönland, der Ukraine noch im Gazastreifen“, und rief die Mitgliedstaaten auf, den Multilateralismus und die Achtung internationaler Regeln aktiv zu verteidigen.
Während Zypern für sechs Monate den Vorsitz des Rates der Europäischen Union übernimmt, stellt die Grönlandfrage angesichts des wachsenden geopolitischen Drucks und der Ambitionen der Großmächte eine neue Bewährungsprobe für die europäische Einheit dar.