Die Schweiz steht vor einer doppelten Entscheidung in den Bereichen Einwanderung und Verteidigung.
Die Schweiz steht vor einer doppelten Entscheidung in den Bereichen Einwanderung und Verteidigung.

Die Schweizer Wählerinnen und Wähler sind am Sonntag aufgerufen, über zwei sensible Themen im Bereich Demografie und Landesverteidigung zu entscheiden. Die erste ist eine Volksinitiative zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums, die zweite betrifft strengere Einstellungskriterien für den öffentlichen Dienst. Ergebnisse werden am Nachmittag erwartet, obwohl die meisten Bürgerinnen und Bürger bereits per Briefwahl abgestimmt haben.

Die Abstimmung über die Einwanderung stößt auf großes politisches Interesse. Der von der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der größten Partei des Landes, unterstützte Vorschlag zielt darauf ab, die Zahl der ständigen Einwohner bis 2050 auf maximal 10 Millionen zu begrenzen. Befürworter der Initiative argumentieren, dass das Bevölkerungswachstum die Spannungen in den Bereichen Wohnen, Infrastruktur, Verkehr, Gesundheitswesen und Bildung verschärft.

Zwei Konsultationen mit nationalen Auswirkungen

Der Vorschlag stieß jedoch auf heftigen Widerstand seitens der Regierung, der meisten politischen Parteien, der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften. Kritiker befürchten insbesondere, dass er die Freizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union, dem wichtigsten Wirtschaftspartner der Schweiz, gefährden könnte. Wird die festgelegte Schwelle überschritten, sieht der Text die Kündigung mehrerer mit Brüssel geschlossener Abkommen vor – eine Aussicht, die manche Politiker mit einer Isolation vergleichen, vergleichbar mit den Folgen des Brexit.

Die Bürger müssen auch über eine Reform des öffentlichen Dienstes entscheiden. Die Regierung will den Zugang zum öffentlichen Dienst einschränken, um die Größe der Milizarmee angesichts der erneuten Sicherheitsbedenken in Europa zu erhalten. Die Linke, die das Referendum initiiert hat, befürchtet hingegen, dass diese Änderung eine Alternative für Wehrdienstverweigerer schwächen würde. Meinungsumfragen vor der Abstimmung deuten auf ein besonders knappes Rennen in beiden Fragen hin.

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