In Kuba schürt der Druck der USA auf Venezuela die Befürchtung einer weiteren Eskalation der Energiekrise (AP).
In Kuba schürt der Druck der USA auf Venezuela die Befürchtung einer weiteren Eskalation der Energiekrise (AP).

Kubaner bereiten sich auf weitere wirtschaftliche Schwierigkeiten vor, nachdem die USA zwei weitere mit Venezuela in Verbindung stehende Öltanker beschlagnahmt haben. Dieser Schritt droht, den Zugang der Insel zu Öl weiter einzuschränken. Die Entscheidung fiel nur wenige Tage nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten. Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte, was die Befürchtungen einer tiefergreifenden Energiekrise in Kuba verstärkt.

Im Hafen von Matanzas, dem wichtigsten Umschlagplatz für Rohöllieferungen, verdeutlichen geschlossene Tankstellen und endlose Schlangen die zunehmende Knappheit. Die Anwohner befürchten weitere Stromausfälle, die bereits häufig vorkommen und mitunter mehrere Stunden dauern. „Wenn es so weitergeht, wird alles noch schlimmer, denn dann lassen sie kein Öl mehr rein“, vertraut ein Anwohner an. william gonzalez, ein Einwohner von Matanzas, der betont, dass die Lieferungen mittlerweile fast ausschließlich aus Russland stammen.

Washington hat den Druck auf Venezuela verstärkt und am Mittwoch nach zweiwöchiger Verfolgung einen russischen Öltanker im Nordatlantik nahe Island beschlagnahmt, wie US-Beamte mitteilten. Moskau verurteilte diese Beschlagnahmung als „Piraterie“. Es ist die vierte seit der Mitte Dezember verhängten US-Blockade gegen sanktionierte Schiffe, die venezolanische Gewässer befahren oder verlassen. Ein weiterer, mit Venezuela in Verbindung stehender Tanker war zuvor vor der Küste Südamerikas abgefangen worden.

Für Kuba bedeutet der Verlust venezolanischen Öls einen schweren Schock. Zwischen Januar und November des vergangenen Jahres exportierte Venezuela durchschnittlich 27.000 Barrel pro Tag auf die Insel und deckte damit etwa die Hälfte des kubanischen Ölbedarfs, wie aus Schifffahrtsdaten und Dokumenten des staatlichen Ölkonzerns PDVSA hervorgeht. „Die Folgen werden gravierend sein. Venezuela war eines der Länder, die uns in Energiefragen am meisten unterstützt haben“, erklärt Kuba. Mario Valverde, Unternehmer in Havanna.

Mexiko hat sich zwar zu einem bedeutenden Lieferanten entwickelt, aber der Präsident Claudia Scheinbaum Er stellte klar, dass die Lieferungen in letzter Zeit nicht zugenommen hätten. Auf den Straßen mischt sich Wut mit Resignation. „Wir sind sehr unzufrieden mit Donald Trumps Haltung gegenüber Venezuela“, sagt Manuel Rodriguez, ein Inselbewohner. „Wenn die Stromausfälle schlimmer werden, müssen wir sie ertragen und Widerstand leisten, wie wir es immer getan haben.“