Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Songs, die mithilfe generativer künstlicher Intelligenz erstellt wurden, schlagen mehrere große Organisationen der Musikindustrie die Einführung eines Kennzeichnungssystems vor, um von Künstlern produzierte Werke von solchen zu unterscheiden, die ganz oder teilweise von Algorithmen generiert wurden. Ziel ist es, den Hörern mehr Transparenz zu bieten, da diese Art von Inhalten auf Streaming-Plattformen immer häufiger anzutreffen ist.
Diese Initiative wird vom Internationalen Verband der Phonoindustrie (IFPI), der Recording Industry Association of America (RIAA), den Organisatoren der Grammy Awards und mehreren Organisationen der unabhängigen Musikszene geleitet. Die Initiatoren hoffen nun, große Streaming-Plattformen, Vertriebsfirmen und Aggregatoren von der Übernahme dieses neuen Standards zu überzeugen.
Zwei Kategorien zur Unterscheidung der Kreationen
Das System basiert auf zwei unterschiedlichen Kategorien. Die erste, „KI-generiert“, gilt für Titel, bei denen die meisten kreativen Elemente von künstlicher Intelligenz erzeugt wurden. Dazu gehören Titel, die vollständig aus einfachen Textanweisungen erstellt wurden, sowie solche, bei denen der Leadgesang oder ein wichtiger Instrumentalpart künstlich generiert wurde.
Das zweite Label, „KI-unterstützt“, wäre Werken vorbehalten, bei denen der menschliche Beitrag weiterhin überwiegt. Kompositionen, Instrumentalparts und Gesangsdarbietungen müssten von Künstlern geschaffen werden, während künstliche Intelligenz in bestimmten Phasen der Entstehung, des Arrangements oder der Produktion eingreifen könnte.
Die Plattformen, die zum Spielen aufgerufen wurden
Berufsverbände möchten nun mit Online-Musikdiensten zusammenarbeiten, um diese Informationen direkt in den Metadaten der Musiktitel anzuzeigen. Ziel ist es, Nutzern die Herkunft der gehörten Inhalte leicht erkennbar zu machen und das Vertrauen in die angebotenen Kataloge zu stärken.
Deezer ist nach wie vor die führende Plattform, die KI-generierte Titel systematisch kennzeichnet. Im Juni ging das französische Unternehmen noch einen Schritt weiter und veröffentlichte einen kostenlosen Detektor, mit dem Nutzer ihre Playlists analysieren und vollständig von KI erstellte Titel identifizieren können.
Spotify und Apple bleiben vorsichtig
Spotify hat kürzlich das „Verified by Spotify“-Siegel eingeführt, das bestätigen soll, dass ein Künstler eine echte Person und kein KI-generierter Avatar ist. Die Plattform lehnte es jedoch ab, sich zu dem von Branchenverbänden vorgestellten Zertifizierungsprojekt zu äußern. Apple Music reagierte zum Zeitpunkt der Ankündigung nicht.
Für Graham Davies, Geschäftsführer der Digital Media Association, die mehrere Streaming-Plattformen vertritt, wäre die Einführung detaillierterer Metadaten ein bedeutender Fortschritt. Seiner Ansicht nach würde eine bessere Identifizierung KI-generierter Inhalte den Nutzern die Transparenz bieten, die angesichts der zunehmenden Bedeutung dieser Technologien in der Musikindustrie unerlässlich geworden ist.
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