In Fontainebleau erlebt die Waldüberwachung eine neue Ära. Das auf hohen Masten installierte künstliche Intelligenzsystem Pyronear scannt alle 30 Sekunden die von Kameras aufgenommenen Bilder. Taucht eine verdächtige Rauchfahne auf, wird die Warnung direkt an die Feuerwehr des Départements Seine-et-Marne gesendet, die dann heranzoomen und den Brandherd lokalisieren kann. Die energieeffiziente und in einem einfachen Mikrocomputer untergebrachte Technologie hat sich in diesem Sommer bereits bewährt. Als Fußgänger einen störenden Geruch meldeten, ermöglichte das System eine präzise Triangulation des Brandgebiets. Am 14. Juli half es zudem, die Schwere eines durch ein gestohlenes Auto verursachten Brandes einzuschätzen und mobilisierte dafür mehr Einsatzkräfte als erwartet.
Ein vielversprechendes System trotz einiger Misserfolge
Der Wald von Fontainebleau, der einst von in Holztürmen stationierten Studenten überwacht wurde, profitiert heute von einer permanenten Überwachung. Das System ist nicht unfehlbar: Einmal löste ein Mähdrescher, der Staub aufwirbelte, einen Fehlalarm aus. Doch laut Feuerwehrleuten lernt die KI aus jedem Fehler und wird dank globaler Datenbanken und lokalem Training effizienter. Einer ihrer größten Vorteile bleibt ihre Spritersparnis. Keine energiehungrigen Rechenzentren: Der Algorithmus läuft lokal und wird nur alle zwei Monate für ein paar Stunden trainiert. Das System lässt sich einfach in die vorhandene Infrastruktur installieren und soll bis zum nächsten Sommer voll einsatzfähig sein. Durch die Kombination von menschlicher Wachsamkeit und eingebetteter Technologie experimentiert Fontainebleau mit einer neuen Methode zum Schutz seiner 25.000 Hektar Eichen und Felsen. Mit einem klaren Ziel: Rauch so schnell wie möglich zu erkennen, bevor er zu Feuer wird.