Um sexueller Gewalt in Schulen und Nachmittagsprogrammen vorzubeugen, befasst sich der Senat morgen mit einem Gesetzentwurf zur Stärkung der Aufsicht über Mitarbeiter, die mit Minderjährigen arbeiten. Der von dem zentristischen Senator Hervé Maurey eingebrachte Entwurf kommt vor dem Hintergrund mehrerer Fälle, in denen Leiter von Freizeiteinrichtungen, insbesondere in Paris, des sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtigt werden.
Der Vorschlag sieht vor, dass der Einstellung von Mitarbeitern im Bildungs-, Sport- und Freizeitbereich administrative Anfragen vorausgehen können, die den Zugriff auf den Strafregisterauszug Nr. 2 der Kandidaten ermöglichen. Ziel ist es, zu überprüfen, ob das Verhalten oder die Vorstrafen der Bewerber mit Positionen, die den Kontakt mit Minderjährigen beinhalten, unvereinbar sind. Der Text sieht außerdem die weitverbreitete Verwendung von Führungszeugnissen vor, die das Fehlen von Verurteilungen oder Einträgen in der automatisierten Justizdatei für Täter von Sexual- oder Gewaltdelikten bestätigen.
Eine Debatte über den Zugang zu Gerichtsakten
Das Projekt entfacht erneut die Debatte über den Zugang zu Strafregisterdatenbanken (TAJ), der derzeit Polizei und Justiz vorbehalten ist. Das Kollektiv SOS Périscolaire befürwortet strengere Kontrollen, äußert aber Bedenken hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten und des Zugangs zu sensiblen Informationen über Bewerber.
Hervé Maurey plädiert seinerseits für einen beschränkten Zugang zu Informationen, die sich ausschließlich auf potenzielle Gewalttaten, Körperverletzungen oder Straftaten gegen Minderjährige beziehen. Laut dem gewählten Politiker sollten öffentliche und private Arbeitgeber lediglich darüber informiert werden, ob gegen sie im Zusammenhang mit bestimmten schwerwiegenden Vorfällen Vorwürfe erhoben wurden, ohne jedoch Einblick in die vollständigen Gerichtsakten zu erhalten.
Anhaltende Spannungen in Pariser Schulen
Die Prüfung dieses Gesetzentwurfs erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kinderschutzfragen in der öffentlichen Debatte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Seit Anfang 2026 hat das Pariser Rathaus 78 städtische Angestellte, die an Schulen tätig sind, suspendiert, darunter 31 wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch, wie aus einem Bericht von Emmanuel Grégoire hervorgeht.
Unterdessen fand in der Hauptstadt eine Bürgerkonferenz zum Thema Kinderschutz und Zeitmanagement statt, an der Dutzende Eltern teilnahmen. Mehrere Gewerkschaften, die Leiter von Nachmittagsbetreuungseinrichtungen vertreten, organisierten kürzlich Streiks, um auf die Schwierigkeiten des Sektors und den Mangel an Ressourcen für Prävention und Personalbeschaffung aufmerksam zu machen.
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