Eine Abschiedsfeier im Polizeirevier Saint-Denis in Seine-Saint-Denis nahm Ende Juli eine dramatische Wendung. Beamte der Kriminalpolizei, die sich versammelt hatten, um die Versetzung eines Kollegen in eine andere Region zu feiern, zündeten im Hof des Reviers Feuerwerkskörper. Die herabfallenden Teile verursachten einen Brand auf dem Gründach des Gebäudes.
Eine Schaumschlacht mit Feuerlöschern
Vor dem Mörserbeschuss führten mehrere Beamte mit den Feuerlöschern der Wache eine Schaumschlacht durch. Die Sicherheitsausrüstung des Gebäudes war somit kurzzeitig im Einsatz, bevor auf dem Dach ein Feuer ausbrach. Der Abend setzte sich mit Feuerwerkskörpern fort, die vom Hof aus abgefeuert wurden. Die Geschosse schlugen auf dem Gründach ein, das daraufhin Feuer fing. Die Feuerwehr musste den Brand löschen. Es wurden keine Verletzten gemeldet.
Zwei Polizeibeamte waren anwesend, obwohl sie unter richterlicher Aufsicht standen.
Ein weiterer besonders heikler Aspekt jenes Abends war die Anwesenheit zweier ehemaliger Mitglieder der Anti-Kriminalitätsbrigade (BAC), die trotz ihrer richterlichen Aufsicht anwesend waren. Diese Aufsicht untersagte ihnen die Reise nach Saint-Denis und jeglichen Kontakt untereinander während der Wartezeit auf ihren Prozess. Ihre Anwesenheit auf der Polizeiwache stellte daher einen Verstoß gegen die ihnen auferlegten Pflichten dar. Die beiden Beamten sollen am 3. September zusammen mit zwei weiteren Polizeibeamten wegen Vorfällen aus dem März 2025 vor Gericht stehen. Ihnen wird vorgeworfen, einen Zigarettenverkäufer auf der Straße angegriffen, ihn misshandelt und seine persönlichen Gegenstände gestohlen zu haben, bevor sie versuchten, den Vorfall mit einer falschen Anzeige zu verschleiern. Der Fall veranlasste die Generalinspektion der Nationalpolizei zu Ermittlungen. Die Anklagepunkte umfassen willkürliche Festnahme, schwere Körperverletzung im Amt, Diebstahl, Sachbeschädigung und Urkundenfälschung.
Ihre richterliche Aufsicht wird verschärft.
Nachdem ihre Anwesenheit auf der Abschiedsfeier bekannt wurde, wurden die richterlichen Auflagen verschärft. Zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen wurden eine Kaution und die Pflicht zur täglichen Meldung bei den Behörden angeordnet. Diese neuen Auflagen gelten bis zu ihrem Prozess, der für Anfang September angesetzt ist.
Es wurde eine administrative Untersuchung eingeleitet.
Die Vorfälle an jenem Abend führten zur Einleitung einer internen Untersuchung, um die Verantwortlichkeiten der anwesenden Polizeibeamten, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Feuerlöschern, den Mörserbeschuss und den Brand, der das Dach der Polizeiwache zerstörte, genau zu klären. Die Polizeiwache Saint-Denis war bereits Gegenstand einer anderen internen Untersuchung nach einem Mörserbeschuss in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2025 gewesen. Ein von einem Anwohner aufgenommenes Video zeigte Männer, einige auf einem Roller und einem Motorrad, die Feuerwerkskörper auf die Fassade des Gebäudes abfeuerten. Die Polizeiführung hatte eine Untersuchung eingeleitet, um unter anderem zu klären, ob es sich bei den auf dem Video sichtbaren Personen tatsächlich um Polizeibeamte handelte. Der Brand Ende Juli 2026 löste somit innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr eine zweite interne Untersuchung wegen Mörserbeschusses im Umfeld der Polizeiwache Saint-Denis aus.