Eine archäologische Entdeckung in Maastricht, Niederlande, hat eine über drei Jahrhunderte lang unbeantwortete historische Frage neu aufgeworfen: den genauen Ort des Grabes von Charles de Batz de Castelmore, genannt d’Artagnan. Laut dem niederländischen Nachrichtenportal L1 Nieuws könnte ein in einer Kirche in Maastricht gefundenes Skelett dem französischen Soldaten gehören, der 1673 während der Belagerung der Stadt fiel.
Knochen wurden nach dem teilweisen Einsturz eines Kirchenbodens gefunden
Im Kirchenschiff einer modernen Kirche, deren Ursprünge mindestens bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wurden menschliche Überreste entdeckt. Die Ausgrabung erfolgte im Zuge von Reparaturarbeiten, die durch einen teilweisen Einsturz des Fußbodens im Februar 2026 notwendig geworden waren. Nach der Exhumierung wurden die Knochen in ein archäologisches Institut in Deventer in den östlichen Niederlanden gebracht, wo sie derzeit analysiert werden. Eine DNA-Probe wurde am 13. März 2026 entnommen und wird aktuell in einem Labor in München untersucht.
Wim Dijkman spricht von einer ernstzunehmenden Möglichkeit, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist nichts sicher.
Für den Archäologen Wim Dijkman, der eigenen Angaben zufolge seit 28 Jahren nach den Überresten von Charles de Batz de Castelmore sucht, könnte diese Entdeckung ein Meilenstein seiner Karriere sein. Obwohl er zur Vorsicht mahnte, erklärte Dijkman, dass er … "Hohe Erwartungen"Laut L1 Nieuws, einer Aussage, die später von mehreren Nachrichtenagenturen übernommen wurde, gibt es noch keine endgültige wissenschaftliche Bestätigung.
Der Standort des Grabes und eine französische Münze stützen die Hypothese.
Ein weiteres Indiz in diesem Fall betrifft den genauen Bestattungsort. Diakon Jos Valke, der bei den ersten Ausgrabungen anwesend war, erklärte, dass in der Nähe des Skeletts eine französische Münze gefunden wurde. Er wies außerdem darauf hin, dass die Überreste dort lagen, wo sich der Altar befunden hatte – ein Bereich, der traditionell hochrangigen Persönlichkeiten vorbehalten war. Laut Jos Valke bestärkt dieser Hinweis die Annahme, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Verstorbenen handelte.
Wer war Charles de Batz de Castelmore, bekannt als d'Artagnan?
Charles de Batz de Castelmore, bekannt als d’Artagnan, war ein gaskognischer Adliger aus Lupiac im heutigen Département Gers. Als Offizier im Dienst der französischen Monarchie diente er nacheinander unter den Königen Ludwig XIII. und Ludwig XIV., bevor er im 19. Jahrhundert durch Alexandre Dumas in der Literatur verewigt wurde. Die fiktive Figur des d’Artagnan wurde durch Die drei Musketiere und schöpft in zahlreichen Film- und Fernsehbearbeitungen direkt aus dieser historischen Figur.
Er starb 1673 in Maastricht, aber sein Begräbnisort konnte nie endgültig geklärt werden.
Die Quellen sind sich einig, dass Charles de Batz de Castelmore 1673 während der Belagerung von Maastricht, höchstwahrscheinlich durch einen Musketenschuss, getötet wurde. Sein Grab konnte jedoch nie eindeutig identifiziert werden. Die lokale Überlieferung, die von Tourismus- und Denkmalpflegern in Maastricht bis heute gepflegt wird, besagt seit Langem, dass er in oder in der Nähe der Kirche St. Peter und Paul in Wolder, heute ein Stadtteil von Maastricht, begraben liegt. Diese Hypothese wurde bereits in den 2000er Jahren von der Historikerin Odile Bordaz aufgestellt, damals allerdings ohne schlüssige archäologische Beweise.
Eine glaubwürdige Hypothese, aber noch weit von einem endgültigen Beweis entfernt.
Das Interesse an diesem Fund rührt von mehreren Indizien her: dem Fundort, der Chronologie, dem mutmaßlichen Rang des Verstorbenen und den bei der Ausgrabung geborgenen Artefakten. Die Identifizierung des Skeletts als Charles de Batz de Castelmore kann jedoch erst durch eindeutige wissenschaftliche Analysen bestätigt werden. Bislang sprechen die Medien, die über den Fund berichtet haben, von einer bedeutenden historischen Möglichkeit, aber nicht von einer endgültigen Gewissheit.
Warum diese Entdeckung bereits weit über die Niederlande hinaus Interesse weckt
Die mögliche Identifizierung der sterblichen Überreste von Charles de Batz de Castelmore hätte weitreichende Folgen, die weit über den rein archäologischen Bereich hinausgehen. Sie würde die Militärgeschichte der Herrschaft Ludwigs XIV., das französisch-niederländische Erbe und die weltweite Wahrnehmung von Alexandre Dumas berühren. Mehr als 350 Jahre nach dem Tod des Musketiers ist Maastricht nach wie vor ein bedeutender Ort des Gedenkens an ihn, und die Stadt bewahrt diese historische Erzählung weiterhin als Teil ihres lokalen Erbes.
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