In Österreich wird Hitlers Geburtshaus demnächst in eine Polizeistation umgewandelt.
In Österreich wird Hitlers Geburtshaus demnächst in eine Polizeistation umgewandelt.

In Braunau am Inn, einer Kleinstadt nahe der deutschen Grenze, nähert sich das 2023 begonnene Bauprojekt zur Umgestaltung des Geburtshauses Adolf Hitlers seinem Abschluss. Laut dem österreichischen Innenministerium sollen die Arbeiten bis Ende des ersten Quartals abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Das erklärte Ziel der Behörden ist klar: zu verhindern, dass das Haus zu einem Treffpunkt für Nazi-Sympathisanten wird.

Das Gebäude aus dem 810. Jahrhundert, das lange Zeit vom Staat unter anderem für ein Zentrum für Menschen mit Behinderungen gepachtet war, wurde nach einem langwierigen Rechtsstreit mit dem Eigentümer enteignet. Der Kaufpreis von 000 € im Jahr 2019 erfolgte aufgrund eines 2016 verabschiedeten Sondergesetzes. Seitdem ist das Gebäude Gegenstand zahlreicher Debatten über seine Zukunft. Die Behörden schlossen sowohl einen Abriss als auch die Errichtung einer Gedenkstätte aus, da diese als potenziell anziehend für Extremisten angesehen wurde.

Eine umstrittene Wahl, trotz des Wunsches, sie zu neutralisieren.

Das gewählte Projekt sieht die Umwandlung der 800 Quadratmeter großen Fläche in eine Polizeiwache mit modernisierter Fassade und einem zusätzlichen Dachausbau vor. Für die Regierung soll diese Umwandlung symbolisieren, dass jegliches Gedenken an den Nationalsozialismus an diesem Ort unmöglich ist. Die Entscheidung spaltet die Gemüter. Einige Anwohner halten ein Zentrum für Pazifismus oder historische Aufklärung für angemessener, während andere argumentieren, dass die Polizeipräsenz den Ort endgültig normalisieren wird.

Die Kosten des Projekts, die auf rund 20 Millionen Euro geschätzt werden, stoßen ebenfalls auf Kritik. In einem Land, das immer noch regelmäßig mit seinem Verhältnis zur NS-Vergangenheit konfrontiert wird, verdeutlicht dieses heikle Thema die Spannungen zwischen der Pflicht zur Erinnerung, dem Bedürfnis nach Prävention und dem Wunsch, ein neues Kapitel aufzuschlagen, ohne die Geschichte auszulöschen.