Die sieben mittelalterlichen Festungen von Aude und Ariège, die jahrzehntelang als „Katharerburgen“ bekannt waren, könnten während der Sitzung des Welterbekomitees vom 19. bis 29. Juli in Busan, Südkorea, in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen werden. Die von der Organisation Mission Patrimoine Mondial eingereichten Nominierungsunterlagen führen sie nun unter dem Namen „Königliche Festungen des Languedoc“ innerhalb der Gruppe „System der Festungen des Seneschallhofs von Carcassonne (13.–14. Jahrhundert)“ auf.
Die Namensänderung hat in der Region eine heftige Kontroverse ausgelöst. Eine Petition gegen den neuen Namen hat bereits fast 8.500 Unterschriften gesammelt, und für den 18. Juli ist eine Demonstration vor Schloss Quéribus geplant. Die Gegner argumentieren, dass der Begriff „Katharerburgen“ Teil der historischen und touristischen Identität der Region sei und befürchten, dass die Rolle des Katharismus allmählich aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden wird.
Ein Name, der als geschichtsgetreuer gilt.
Die Befürworter des Projekts weisen jedoch darauf hin, dass die heute sichtbaren Festungen nach dem Albigenserkreuzzug unter Ludwig IX. errichtet wurden, um die französische Grenze zu Aragon zu schützen und die neu annektierten Gebiete zu kontrollieren. Zwar fanden Katharergemeinschaften tatsächlich an einigen dieser Orte Zuflucht, doch handelt es sich bei den heutigen Gebäuden um königliche Befestigungsanlagen, die nach ihrem Untergang errichtet wurden. Der Vorschlag umfasst auch die Stadt und die Stadtmauern von Carcassonne, die als Zentrum dieses Verteidigungssystems galten.
Über die historische Debatte hinaus geht es auch um wirtschaftliche Aspekte. In mehreren ländlichen Gemeinden hoffen gewählte Vertreter, dass die UNESCO-Auszeichnung den Tourismus ankurbeln und die Instandhaltung der durch Zeit und Witterungseinflüsse beschädigten Denkmäler finanzieren wird. In Quéribus sind die Besucherzahlen von rund 92.000 im Jahr 1995 auf fast 50.000 heute gesunken. Der Welterbestatus würde internationale Aufmerksamkeit verschaffen, die lokale Wirtschaft potenziell wiederbeleben und den Erhalt dieser ikonischen Stätten in Südfrankreich stärken.
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