Am 30. Juli 1940 verkündete Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, den Beginn der „Großen Luftschlacht“ gegen Großbritannien. Nach der Niederlage Frankreichs wenige Wochen zuvor hoffte Adolf Hitler, die Briten zu Friedensverhandlungen zu zwingen, bevor er die Insel angreifen würde. Doch die Regierung Winston Churchills lehnte jede Kapitulation ab. Mehrere Monate lang tobte über Großbritannien eine entscheidende Auseinandersetzung, die die erste große militärische Niederlage des Dritten Reiches markierte.
Ein Kampf um die Luftherrschaft
Ab dem 10. Juli 1940 griff die Luftwaffe Seekonvois und Häfen entlang des Ärmelkanals an. Ab August verlagerten die Deutschen ihren Schwerpunkt auf die Zerstörung der Royal Air Force durch Bombardierungen ihrer Flugplätze, Radarstationen und Flugzeugwerke. Das Ziel war klar: die Lufthoheit zu erlangen, um die Operation Seelöwe, die geplante Invasion Großbritanniens, durchzuführen.
Den Gegnern gegenüber standen die britischen Piloten mit Hurricane- und Spitfire-Jägern, unterstützt von einem besonders leistungsfähigen Radarnetz, das es ihnen ermöglichte, feindliche Formationen frühzeitig zu erkennen. Da sie über eigenem Territorium kämpften, konnten sie nach dem Auftanken oder der Reparatur schnell wieder in den Einsatz zurückkehren – ein entscheidender Vorteil gegenüber den deutschen Flugzeugen mit ihrer begrenzten Reichweite.
Der Blitz trifft britische Städte
Da Hitler erkannte, dass er die RAF nicht zerstören konnte, änderte er seine Strategie. Am 7. September 1940 begann der Blitz, eine massive Bombardierungskampagne, die zunächst London und dann weitere britische Großstädte zum Ziel hatte. Ziel war es nun, die Moral der Bevölkerung zu brechen und die Regierung von Winston Churchill zu Friedensverhandlungen zu zwingen.
Monatelang wurde London fast täglich bombardiert. Auch Coventry, Birmingham, Liverpool, Plymouth und Southampton wurden schwer beschädigt. Die Angriffe dauerten bis Mai 1941 an und forderten über 40.000 britische Zivilistenleben, doch der Widerstandswille des Landes blieb ungebrochen.
Der erste Rückschlag des Dritten Reiches
Da es ihm nicht gelang, die für eine Landung notwendige Lufthoheit zu erlangen, gab Adolf Hitler am 12. Oktober 1940 seinen Plan zur Invasion Großbritanniens auf. Die Luftschlacht um England wurde somit zur ersten großen strategischen Niederlage Nazi-Deutschlands seit Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Am 20. August 1940, als die Kämpfe noch andauerten, würdigte Winston Churchill die Piloten der Royal Air Force mit dem heute berühmten Satz: „Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit haben so viele so wenigen so viel zu verdanken.“ Ihr Widerstand ermöglichte es Großbritannien, im Krieg zu bleiben und verwehrte Hitler einen Sieg, der den Verlauf des globalen Konflikts grundlegend verändert hätte.
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