Am 26. Juli 1833 verabschiedete das britische Unterhaus den Slavery Abolition Act, ein wegweisendes Gesetz, das die Sklaverei in fast dem gesamten Britischen Weltreich abschaffte. Unterstützt von Premierminister Charles Grey, beendete diese Reform jahrzehntelange Kampagnen von Abolitionisten, insbesondere von William Wilberforce und Thomas Fowell Buxton. Das Gesetz trat wenige Wochen später in Kraft und wurde am 1. August 1834 erlassen. Es ebnete den Weg für die Befreiung von mehr als 800.000 in den britischen Kolonien versklavten Menschen.
Der Höhepunkt eines langen Kampfes
Seit dem späten 18. Jahrhundert prangerten Aktivisten, religiöse Führer und Parlamentsmitglieder die Gewalt der Sklaverei und des Sklavenhandels an. Nachdem William Wilberforce 1807 die Abschaffung des Sklavenhandels erreicht hatte, setzte er sich bis zu seinem Tod für die Beseitigung dieser Institution selbst ein. Sklavenaufstände in der Karibik, insbesondere 1831 in Jamaika, erhöhten den Druck auf die britische Regierung zusätzlich, die schließlich erkannte, dass das auf Sklaverei basierende Kolonialsystem politisch und moralisch nicht mehr tragbar war.
Das Gesetz sah jedoch einen umstrittenen Übergang vor. Einige ehemalige Sklaven wurden einem „Lehrprogramm“ unterzogen, das sie auf die Freiheit vorbereiten sollte, in Wirklichkeit aber ihre Zwangsarbeit um mehrere Jahre verlängerte. Angesichts der Kritik wurde dieses System schließlich 1838, vor dem ursprünglich geplanten Termin, aufgegeben.
Eine Abschaffung mit sehr realen Einschränkungen
Der Text von 1833 enthält eine weitere Bestimmung, die bis heute für viel Diskussion sorgt: Der britische Staat zahlt Sklavenhaltern 20 Millionen Pfund Sterling als Entschädigung, was damals etwa 40 % des britischen Staatshaushalts entsprach. Ehemalige Sklaven erhalten jedoch keine Entschädigung für die Jahre, die sie leiden mussten.
Trotz dieser Einschränkungen markierte die Abschaffung der Sklaverei einen Wendepunkt in der Geschichte des 19. Jahrhunderts. Das Britische Empire war die erste große Kolonialmacht, die die Sklaverei in den meisten ihrer Besitzungen legal abschaffte. Ihr Beispiel beeinflusste andere Staaten, darunter Frankreich, das die Sklaverei in seinen Kolonien 1848 unter der Führung der provisorischen Regierung der Zweiten Republik und Victor Schœlchers endgültig abschaffte.
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