Am 1. August des Jahres 12 v. Chr. weihte Drusus, Schwiegersohn des Kaisers Augustus, in Condate am Fuße des Hügels Croix-Rousse bei Lugdunum das Bundesheiligtum der drei Gallier ein, einen imposanten Altar, der dazu bestimmt war, den Kult Roms und des Kaisers vor allen gallischen Völkern zu feiern.
Ein Altar, umgeben von den sechzig Völkern Galliens
Um diesen imposanten Altar herum befinden sich Galerien, die jedes Jahr am 1. August von sechzig gallischen Stämmen entsandt werden, um kaiserliche Kulte zu vollziehen, aber auch um politische Angelegenheiten aller gallischen Provinzen zu erörtern. Die Namen dieser sechzig Stämme sind in die Stufen um das Monument eingraviert, wodurch dieser Ort sowohl ein religiöser Raum als auch ein einzigartiges Zentrum politischer Repräsentation für die unterworfenen Völker ist.
Dieses System war Teil der römischen Politik der Integration der gallischen Eliten, die den Kaiserkult mit einer Form der kollektiven Repräsentation verband, ohne die Autorität Roms über diese erst kürzlich befriedeten Gebiete in Frage zu stellen.
Ein Amphitheater, das Zeuge der ersten christlichen Märtyrer war
Sieben Jahre nach der Einweihung des Heiligtums wurde in unmittelbarer Nähe ein Amphitheater errichtet. In diesem Amphitheater der drei Gallier wurden einige Jahrzehnte später die ersten christlichen Märtyrer Galliens, darunter die heiligen Blandina und Pothinus, Opfer der römischen Verfolgung der christlichen Gemeinden von Lugdunum, den wilden Tieren vorgeworfen.
Heute sind keine sichtbaren Spuren des ursprünglichen Heiligtums oder Amphitheaters mehr vorhanden; ihre Erinnerung lebt nur noch in wenigen bildlichen Darstellungen fort, die auf römischen Münzen jener Zeit eingraviert sind.
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