MONDE Kriege und Konflikte

Die UN meldet 293 getötete Zivilisten in der Ukraine im Juni, ein Rekordwert seit 2022.

Die UN meldet 293 getötete Zivilisten in der Ukraine im Juni, ein Rekordwert seit 2022.
Die UN meldet 293 getötete Zivilisten in der Ukraine im Juni, ein Rekordwert seit 2022.

Der Juni 2026 war der tödlichste Monat für ukrainische Zivilisten seit Beginn des Krieges: Laut der Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen wurden 293 Todesfälle und fast 2000 Verletzte registriert.

Die am Dienstag, dem 14. Juli, von der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine (HRMMU) veröffentlichten Zahlen sind eindeutig: Mindestens 293 Zivilisten wurden im Juni 2026 getötet und 1.990 verletzt. Damit ist es der tödlichste Monat seit April 2022, dem Monat, aus dem die Organisation die ersten vergleichbaren Daten erhebt.

„Nach dem starken Anstieg im Mai stieg die Zahl der zivilen Opfer weiter an und erreichte den höchsten Stand seit April 2022“, so die Erklärung der HRMMU. Fast die Hälfte der Opfer (45 %) wurde durch Langstreckenraketen und Drohnen verursacht. Diese Angriffe richteten sich vorwiegend gegen Siedlungen fernab der Frontlinien, wobei Kiew und Dnipro die Hauptziele waren.

Danielle Bell, eine Vertreterin der HRMMU, wies auf den „zunehmend häufigeren Einsatz von Hochleistungswaffen hin, die in dicht besiedelten städtischen Gebieten besonders tödlich sind“. Sie warnte, dass „die Risiken für die Zivilbevölkerung nicht nur fortbestehen, sondern sich sowohl im Umfang als auch in der Komplexität verschärfen“.

Der Bericht stellt außerdem eine Rekordzahl an Drohnenangriffen entlang der Kontaktlinie seit dem 24. Februar 2022 fest, bei denen 89 Zivilisten getötet und 588 verletzt wurden. Der systematische Einsatz dieser Sprengkörper durch beide Seiten hat dieses Gebiet in eine von den Vereinten Nationen als „Todeszone“ bezeichnete Zone verwandelt, die sich über Dutzende Kilometer erstreckt.

Russland hat seine Angriffe in den letzten Wochen verstärkt und setzt dabei insbesondere ballistische Raketen ein, die die ukrainische Verteidigung aufgrund unzureichender Flugabwehrmunition nur schwer abfangen kann. Angesichts dieser Lage kündigten neun europäische Länder am Montag die Gründung einer rein defensiven Koalition an, die die dringend benötigten Raketenabwehrfähigkeiten des Kontinents stärken soll.

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