Die israelische Armee gab am Donnerstag bekannt, einen gezielten Angriff auf eine Raketenabschussrampe nahe Gaza-Stadt durchgeführt zu haben, nachdem ein fehlgeschlagener Raketenstartversuch festgestellt worden war. Laut Militärangaben überquerte das Geschoss die israelische Grenze nicht, und der Angriff erfolgte kurz nach der Identifizierung der Stellung. Dies verdeutlicht die anhaltende Fragilität der Waffenruhe in dem palästinensischen Gebiet.
Dieser jüngste Angriff erfolgt, während die Gespräche über den Übergang in die nächste Phase der Waffenruhe weiterhin festgefahren sind. Israel wirft der islamistischen Bewegung vor, ihn verübt zu haben. Hamas weil sie innerhalb der letzten 24 Stunden zweimal gegen die Waffenruhe verstoßen haben sollen. Eine Quelle innerhalb der Hamas gab an, dass die Gruppe diese Anschuldigungen prüfe, sie aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen könne.
Palästinensische Gesundheitsbehörden berichteten von zwei Verletzten – einer Frau und einem Jungen – bei separaten israelischen Beschussangriffen im südlichen und nördlichen Gazastreifen. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Diese Vorfälle verstärken die Besorgnis über die Tragfähigkeit des Abkommens, das bereits von gegenseitigen Vorwürfen der Verletzung überschattet ist.
Israel knüpft die Öffnung des Grenzübergangs Rafah und den Beginn der nächsten Phase der Waffenruhe an die Rückführung der Leiche des letzten in Gaza festgehaltenen israelischen Geisels. Ein Beamter aus dem Umfeld der israelischen Regierung erklärte: Premierminister Er wies darauf hin, dass trotz internationalen Drucks kein Fortschritt möglich sei, solange diese Bedingung nicht erfüllt sei.
Die Hamas ihrerseits gibt an, seit Oktober über 1.100 Verstöße Israels gegen die Waffenruhe dokumentiert zu haben, darunter Luftangriffe, Artilleriebeschuss, Hauszerstörungen und willkürliche Verhaftungen. Die Gruppe weigert sich weiterhin, ihre Waffen abzugeben, während israelische Streitkräfte in einem großen Teil des Gazastreifens stationiert bleiben, den die Armee als Hochrisikogebiet einstuft.
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden laut Angaben von Gesundheitsbehörden in Gaza mehr als 400 Palästinenser, zumeist Zivilisten, sowie drei israelische Soldaten getötet. Diese Zahlen verschärfen die ohnehin schon hohe Opferzahl des Konflikts, der nach dem Angriff vom 7. Oktober 2023 ausbrach und weiterhin jede Aussicht auf dauerhafte Stabilität in der Region schwer beeinträchtigt.