Iran – Zusammenstöße auf dem Großen Basar in Teheran, mindestens 36 Tote bei Protesten im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise
Iran – Zusammenstöße auf dem Großen Basar in Teheran, mindestens 36 Tote bei Protesten im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise

Am Dienstag kam es in Iran zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Großer Basar von TeheranIm historischen und wirtschaftlichen Zentrum des Landes hielten Protestierende, die gegen die wirtschaftliche Lage protestierten, einen Sitzstreik ab, bevor sie laut Augenzeugenberichten mit Tränengas auseinandergetrieben wurden. Die Demonstration führte zur Schließung zahlreicher Geschäfte und verdeutlicht die anhaltende Protestbewegung, die durch den Verfall der Landeswährung ausgelöst wurde.

Die Gewalt im Zusammenhang mit diesen Protesten hat laut im Ausland lebenden Aktivisten mindestens 36 Tote und über 1.200 Festnahmen gefordert. Die Lage verschärfte sich, als der iranische Rial am Dienstag einen neuen historischen Tiefstand erreichte und bei rund 1,46 Millionen zum Dollar notierte. Dieser Kurssturz heizt die ohnehin schon durch jahrelange internationale Sanktionen und die steigenden Lebenshaltungskosten verschärfte Wut in der Bevölkerung weiter an.

Der reformorientierte Präsident Masoud Pezeshkian Er räumte ein, dass die Krise die Kapazitäten des Staates übersteigen könnte. „Wir dürfen nicht erwarten, dass die Regierung diese Situation allein bewältigt“, sagte er in einer Fernsehansprache, in der er die Einleitung einer offiziellen Untersuchung zu den tödlichen Vorfällen in der westlichen Provinz Ilam ankündigte.

Die jüngste Entscheidung der iranischen Zentralbank, die subventionierten Wechselkurse für Importeure – mit Ausnahme von Medikamenten und Weizen – drastisch zu senken, deutet auf weitere Preiserhöhungen hin. Laut staatlichen Medien haben sich die Preise für einige Grundnahrungsmittel wie Speiseöl bereits verdoppelt, während andere Waren in den Geschäften knapp werden, da Einzelhändler Verluste befürchten.

In der Provinz Ilam zeigen online kursierende Videos, wie Sicherheitskräfte während Protesten das Feuer eröffnen und in einem Krankenhaus mit brutaler Gewalt vorgehen, was international Kritik hervorgerufen hat. Die iranischen Behörden behaupten, einige Demonstranten seien bewaffnet gewesen – eine Behauptung, die von Menschenrechtsorganisationen zurückgewiesen wird.

Die steigende Zahl der Todesopfer erregt auch in Washington Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump warnte, die Vereinigten Staaten könnten intervenieren, falls iranische Behörden „friedliche Demonstranten gewaltsam töten“. Diese Drohung wurde vom Obersten Führer zurückgewiesen. Ali Khameneider behauptete, die „Randalierer“ müssten unterdrückt werden, was die Gefahr einer regionalen Eskalation erhöht, da sich der Iran in einer der schwersten wirtschaftlichen und sozialen Krisen seiner jüngeren Geschichte befindet.