Kambodschanische Soldaten, die im Nordwesten des Landes in Krankenhäuser eingeliefert wurden, gaben an, nach thailändischen Luftangriffen nahe der umstrittenen Grenze zwischen den beiden Ländern Atembeschwerden erlitten zu haben, was die Anschuldigungen Phnom Penhs gegen Bangkok erneut aufleben ließ.
Im Krankenhausbett in der Provinz Banteay Meanchey berichtete der Soldat Kun Yong, er habe sich nach dem Überflug eines thailändischen Flugzeugs von seiner Frontlinie zurückziehen müssen, da er Atemnot verspürte. Andere verletzte Soldaten und Polizisten meldeten ähnliche Symptome und beschrieben, wie „vergiftetes Wasser“ aus der Luft abgeworfen wurde.
Das kambodschanische Verteidigungsministerium wirft Thailand regelmäßig den Einsatz von Giftgas in den andauernden Kämpfen vor und bezeichnet diese Praktiken als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht. Die kambodschanischen Behörden haben jedoch keine unabhängigen Beweise zur Untermauerung dieser Behauptungen vorgelegt.
Bangkok hat diese Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. Die thailändische Luftwaffe hat jeglichen Einsatz von Chemiewaffen bestritten und die Vorwürfe als „Falschinformationen“ bezeichnet. Sie betonte, dass ihre Operationen im Einklang mit dem Völkerrecht stünden.
Seit Anfang Dezember haben Zusammenstöße entlang der umstrittenen Grenze zwischen Thailand und Kambodscha mehr als 40 Tote und über eine halbe Million Vertriebene in beiden Ländern gefordert. Es handelt sich um die gewaltsamsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn seit Jahrzehnten.
Trotz internationaler Aufrufe zur Deeskalation und zum Waffenstillstand bleiben die Spannungen vor Ort hoch, da sich beide Seiten gegenseitig vorwerfen, den Konflikt durch umstrittene Militäraktionen zu eskalieren.