Selenskyj setzt sich ehrgeiziges Ziel: Innerhalb von sechs Monaten die Hälfte aller ukrainischen Waffen vor Ort zu produzieren
Selenskyj setzt sich ehrgeiziges Ziel: Innerhalb von sechs Monaten die Hälfte aller ukrainischen Waffen vor Ort zu produzieren

Ukrainischer Präsident Volodymyr Zelensky Die Ukraine kündigte am Mittwoch ihre Absicht an, den Anteil lokal produzierter Waffen an der ukrainischen Armee innerhalb der nächsten sechs Monate auf 50 Prozent zu erhöhen. Diese Ankündigung erfolgte im Zuge einer strategischen Regierungsumbildung, die durch die Ernennung der neuen Premierministerin Julia Swyrydenko sowie die geplante Versetzung des scheidenden Premierministers Denys Schmyhal in den Posten des Verteidigungsministers gekennzeichnet ist.

Diese erklärte Absicht ist Teil eines doppelten Ziels: die militärische Autonomie des Landes zu stärken, da der Krieg gegen Russland in sein viertes Jahr geht, und die geschwächte Wirtschaft durch das Wachstum der heimischen Rüstungsindustrie wiederzubeleben. „Ukrainische Waffen machen mittlerweile etwa 40 % der an der Front eingesetzten Waffen aus. Das ist bereits viel mehr als jemals zuvor seit der Unabhängigkeit unseres Landes“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. „Aber wir müssen noch weiter gehen.“

Das ukrainische Staatsoberhaupt stellte klar, dass er, Schmyhal und der scheidende Verteidigungsminister Rustem Umerow vereinbart hätten, dem Verteidigungsministerium „größeren Einfluss“ auf die inländische Produktion einzuräumen. Er betonte den strategischen Charakter dieses Ziels, räumte aber gleichzeitig die damit verbundenen logistischen und industriellen Schwierigkeiten ein: „Ich bin überzeugt, dass es erreichbar ist, auch wenn es nicht einfach ist.“

Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion im Jahr 2022 hat die Ukraine ihre internen militärischen Fähigkeiten, insbesondere in den Bereichen Drohnen und Luftabwehr, stetig ausgebaut. Als Reaktion auf die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe investiert Kiew massiv in Programme zur Entwicklung von Abfangtechnologien. So wurde beispielsweise kürzlich ein Budget von 6,2 Millionen US-Dollar für ein Drohnenabwehrprojekt zum Schutz des Luftraums über der Hauptstadt bereitgestellt.

Selenskyj bekräftigte zudem sein Engagement für eine verstärkte Zusammenarbeit mit westlichen Verbündeten durch die Förderung einer gemeinsamen Waffenproduktion. Angesichts schwindender internationaler Hilfe und stagnierender diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Konflikts bleibt jedoch die Verringerung der Importabhängigkeit die unmittelbare Priorität.

Selenskyjs neuer Kurs könnte die Ukraine zu einem wichtigen Akteur der Rüstungsindustrie in der Region machen. Sein Erfolg wird jedoch weitgehend von der Fähigkeit der Regierung abhängen, Ressourcen zu mobilisieren, die Infrastruktur zu modernisieren und in Kriegszeiten die Sicherheit der Produktionsstätten zu gewährleisten.