Die Leiterin der britischen Haushaltsaufsichtsbehörde tritt nach dem vorzeitigen Durchsickern des Haushaltsplans von Rachel Reeves zurück (AP).
Die Leiterin der britischen Haushaltsaufsichtsbehörde tritt nach dem vorzeitigen Durchsickern des Haushaltsplans von Rachel Reeves zurück (AP).

Der Vorsitzende des Office for Budget Responsibility (OBR), Richard Hughes, gab am Montag seinen Rücktritt bekannt, nur wenige Tage nachdem ein vollständiger Bericht der Behörde veröffentlicht worden war, bevor Schatzkanzlerin Rachel Reeves den Herbsthaushalt offiziell vorstellte. Dieses Leck, das sowohl von der Regierung als auch vom OBR als peinlich empfunden wurde, löste eine Welle der Kritik aus und legte erhebliche interne Mängel offen.

Der Bericht, der irrtümlicherweise vor der Haushaltsrede der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, enthielt die vollständigen Finanzprognosen sowie wichtige politische Elemente, die Reeves dem Parlament vorstellen wollte. Seine vorzeitige Veröffentlichung hat eine Debatte über Datensicherheit und die Transparenz von Haushaltsverfahren in Großbritannien ausgelöst.

In einer Stellungnahme führte das OBR den Vorfall auf „Schwächen im IT-System und im Management“ zurück und räumte Mängel in den internen Abläufen der Behörde ein. Richard Hughes übernahm die Verantwortung für den Fehler, das OBR versicherte jedoch, an der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen zu arbeiten, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Die Indiskretion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Rachel Reeves, die erste Schatzkanzlerin, das Marktvertrauen stärken und die Wirtschaftsstrategie des Landes neu ausrichten will. Hughes' Rücktritt verleiht der Angelegenheit eine heikle politische Dimension, gerade jetzt, wo die Regierung auf Stabilität und Haushaltsdisziplin angewiesen ist, um ihr Wirtschaftsprogramm zu stützen.