Haushaltsplan 2026: Lecornu beruft sich auf Artikel 49.3 und riskiert Zensur
Haushaltsplan 2026: Lecornu beruft sich auf Artikel 49.3 und riskiert Zensur

Ministerpräsident Sébastien Lecornu berief sich am Dienstag in der Nationalversammlung auf Artikel 49.3 der Verfassung bezüglich des Einnahmenteils des Haushaltsplans 2026 und zog damit die Verantwortung der Regierung nach sich. Diese erstmalige Anwendung leitet eine angespannte politische Phase ein, da zwei weitere Anwendungsverfahren nach Artikel 49.3 geplant sind – zunächst zu den Ausgaben und anschließend zum gesamten Finanzgesetz – mit dem Ziel, dieses bis Mitte Februar endgültig zu verabschieden.

Diese Entscheidung stellt eine bewusste Kehrtwende des Regierungschefs dar, der diese Option einige Monate zuvor noch öffentlich ausgeschlossen hatte. Da eine klare Mehrheit fehlte und die Verhandlungen im Parlament gescheitert waren, hielt die Exekutive eine Abstimmung für unmöglich. Laut dem Büro des Premierministers soll diese erzwungene Verabschiedung schnellstmöglich einen als unerlässlich erachteten Haushalt sichern, insbesondere zur Finanzierung der Streitkräfte und zur Bewältigung der Agrarkrise.

Ein politischer Kampf mit hohem Einsatz

Wie erwartet kündigten La France insoumise und der Rassemblement national die Einreichung von Misstrauensanträgen an und prangerten damit eine Umgehung des Parlaments an. Marine Le Pen Sie kritisierte einen Haushalt, den sie als dem nationalen Interesse zuwiderlaufend betrachtet, während die radikale Linke eine Verleugnung der Demokratie anprangert.

Die Sozialistische Partei hingegen bestätigte, dass sie die Regierung nicht rügen werde, da sie Artikel 49.3 nach Erhalt mehrerer Zugeständnisse als „das geringste Übel“ betrachte. Emmanuel Macron Er begrüßte einen Haushalt, der das Defizit bei 5 % des BIP halten würde. Sofern es bei den Misstrauensvoten keine größeren Überraschungen gibt, sollte Sébastien Lecornu daher im Amt bleiben – selbst auf Kosten eines politisch brisanten Machtgriffs.