Ministerpräsident Sébastien Lecornu berief am Dienstag um 11:30 Uhr eine Krisensitzung im Palais Matignon ein. Die Minister für Inneres, Justiz, Gesundheit, Bildung und Gleichstellung werden voraussichtlich teilnehmen. Dieses Treffen findet nach mehrtägigen Spannungen und Tausenden von Demonstranten statt, die am Montagabend auf die Straße gingen, um die Rolle der Behörden im Tod der elfjährigen Lyhanna anzuprangern, deren Leiche am 4. Juni gefunden wurde. Die Regierung bemüht sich um konkrete Lösungen, während die öffentliche Wut weiter anhält.
Mehrere Reformvorschläge liegen auf dem Tisch.
Die Regierung prüft verschiedene Maßnahmen, um solche Tragödien künftig zu verhindern. Zu den erwogenen Maßnahmen gehören härtere Strafen für bestimmte Delikte und eine Reform der Verjährungsfristen. Justizminister Gérald Darmanin hat wiederholt gravierende Mängel im Justizsystem eingeräumt. Der Hauptverdächtige, Jérôme Barella, befindet sich in einem Gefängnis in Südfrankreich in Einzelhaft. Am Dienstagmorgen werden Gérald Darmanin und Innenminister Laurent Nuñez vom Rechtsausschuss des Senats befragt.
Die Kritik an der zögerlichen Reaktion der Regierung wächst. Der Abgeordnete François Ruffin erklärte im Fernsehsender TF1, es habe erst einer weiteren Tragödie bedurft, damit die Regierung endlich handle. Der Druck auf die Exekutive nimmt zu; sie muss ihren Ankündigungen nun konkrete Maßnahmen folgen lassen. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen, um die öffentliche Wut zu besänftigen und das Vertrauen in die Justiz wiederherzustellen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.