Prinz Harry kehrte diese Woche nach Großbritannien zurück und heizte damit Gerüchte über ein Treffen mit König Karl III. an, den er seit 19 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Sein Besuch in London fällt mit dem dritten Todestag von Königin Elisabeth II. zusammen – ein symbolischer Moment, der nach Jahren familiärer Spannungen eine Annäherung zwischen dem Herrscher und seinem jüngsten Sohn begünstigen könnte.
Harry und seine Frau Meghan Markle leben seit ihrer Trennung von der Monarchie im Jahr 2020 in Kalifornien. Seitdem hat sich ihr Verhältnis zur königlichen Familie erheblich verschlechtert, angeheizt durch eine Reihe brisanter Interviews, eine Netflix-Dokumentation und vor allem die Veröffentlichung der Memoiren des Prinzen. Schonen, in dem er der Krone feindselige Manöver vorwirft und sie beschuldigt, seine Familie durch die Beseitigung ihrer Sicherheit gefährdet zu haben.
Ein fragiles Klima der Beschwichtigung
Harry und Charles trafen sich zuletzt im Februar 2024, kurz nach der Krebsdiagnose des Königs. Ihr Treffen dauerte weniger als eine Stunde. Seitdem wurden Gelegenheiten verpasst, doch das Ende von Harrys Klage um die Wiedererlangung seines Polizeischutzes schien den Weg für einen friedlicheren Dialog zu ebnen. Der Prinz sagte damals, er wolle Versöhnung: „Das Leben ist kostbar. Ich weiß nicht, wie viel Zeit meinem Vater noch bleibt.“
In den vergangenen Monaten mehrten sich die Anzeichen einer Beschwichtigung. Im Juli wurden die Berater von Harry und Meghan bei einem Gespräch mit der königlichen Pressesprecherin fotografiert. Die britische Presse bezeichnete das Treffen als „geheimen Friedensgipfel“.
Eine Rückkehr im Zeichen der karitativen Arbeit
Harry wird am Montagabend an den WellChild Awards teilnehmen, einer Wohltätigkeitsveranstaltung, die er seit 20 Jahren sponsert und die den Mut schwerkranker Kinder würdigt. Einst galt er als das wichtigste Kapital der königlichen Familie, nun möchte er ihr humanitäres Engagement jenseits interner Konflikte hervorheben.
Doch eine Versöhnung wird nicht einfach sein. Die Vorwürfe der Sussexes wegen Rassismus und mangelnder Sensibilität haben das Image der Monarchie tief beschädigt. Schonen enthüllte peinliche private Gespräche, wie etwa diesen Satz, der König Charles an seine beiden Söhne zugeschrieben wird: „Macht mir meine letzten Jahre nicht zur Hölle.“
Da er bald 77 Jahre alt wird und sich weiterhin einer Krebsbehandlung unterzieht, hat Charles möglicherweise eine zusätzliche Motivation: Er möchte wieder Kontakt zu seinen Enkeln Archie und Lilibet aufnehmen, die weit weg von Großbritannien aufwachsen. Es bleibt abzuwarten, ob Harrys überstürzter Besuch die Tür zu einer lang ersehnten Versöhnung öffnet oder ob es sich lediglich um einen weiteren verpassten Meilenstein in einer Familiensaga handelt, die die Welt in Atem hält.