Innenminister Bruno Retailleau erhöht angesichts der Nahostkrise die Wachsamkeit in Frankreich
Innenminister Bruno Retailleau erhöht angesichts der Nahostkrise die Wachsamkeit in Frankreich

In einem vertraulichen Memo an die Polizeipräfekten, das BFMTV enthüllte, forderte Innenminister Bruno Retailleau eine sofortige Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen in ganz Frankreich. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Nahen Osten, insbesondere nach israelischen Angriffen auf iranisches Territorium und dem iranischen Gegenangriff mit ballistischen Raketen.

„Die Verschlechterung der Lage im Nahen Osten nach den israelischen Angriffen auf den Iran erfordert von uns sofortige Maßnahmen erhöhter Wachsamkeit hinsichtlich der Sicherheit unseres Territoriums.“, sagte der Minister in dem Telegramm.

Priorität für sensible Standorte

Zu den vom Ministerium als vorrangig eingestuften Orten werden in der Mitteilung ausdrücklich folgende Orte genannt: Gotteshäuser aller Glaubensrichtungen, mit besonderem Augenmerk auf die jüdische Gemeinde, Bildungseinrichtungen, Orte mit hohem Verkehrsaufkommen wie Einkaufszentren, Bahnhöfe und Hauptverkehrsadern, institutionelle Orte sowie kulturelle und festliche Veranstaltungen.

Der Minister betont, dass insbesondere beim Ein- und Ausgang dieser Einrichtungen oder bei Versammlungen eine sichtbare und abschreckende Polizeipräsenz gewährleistet sein müsse.

Verstärkte Mobilisierung der Sicherheitskräfte

Das Ministerialrundschreiben sieht außerdem vor: eine Verstärkung der Sentinelle-Patrouillen, erhöhte Wachsamkeit rund um Gemeinschaftsgebäude, eine verstärkte Überwachung sozialer Netzwerke, um mögliche Bedrohungen oder Aufrufe zur Gewalt zu erkennen, sowie eine gezielte Überwachung radikalisierter oder mit ausländischen Mächten verbundener Personen, insbesondere im Rahmen der Präventionseinheiten der Departemente.

Angesichts dieser Situation hält Frankreich sein Vigipirate-System auf hohem Niveau aufrecht und der Élysée-Palast hat einer vorübergehenden Aufstockung des in sensiblen Bereichen eingesetzten Sicherheitspersonals zugestimmt.

Eine dem Risiko angepasste Reaktion

Das Innenministerium erklärte, dass diese Maßnahmen in Kraft bleiben würden, solange sich die Lage im Nahen Osten weiterhin ungünstig entwickle, und erinnerte daran, dass Frankreich regelmäßig Ziel opportunistischer terroristischer Drohungen im Zusammenhang mit internationalen Konflikten sei.