Während seines zweitägigen Besuchs auf Réunion konzentrierte sich der Justizminister auf Gefängnisfragen. Am Vormittag gab er offiziell den Startschuss für den Bau des zukünftigen Gerichtsgebäudes in Saint-Benoît. Die Mittel für dieses Projekt hatte er trotz knapper Kassen bereits Ende 2025 beantragt. Das fast sechs Millionen Euro teure Gebäude soll im Mai 2027 fertiggestellt werden und ein altes Gebäude ersetzen, dessen Zustand die Sicherheitsstandards nicht mehr gewährleistete.
Nach seinem Besuch im Gefängnis von Saint-Denis kündigte Gérald Darmanin Investitionen von über einer Million Euro zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen an. Geplant sind unter anderem die Installation eines Millimeterwellenscanners, von Störsendern und Drohnenabwehrsystemen sowie Infrastrukturverbesserungen. Bis Ende 2026 sollen außerdem elf zusätzliche Gefängniswärter eingestellt werden.
Ein Projekt für eine neue Gefängnisanlage wird derzeit geprüft.
Der Justizminister bestätigte die Eröffnung einer Modulbauanlage in Le Port im nächsten Jahr, die 80 zusätzliche Plätze für den halboffenen Haftbereich bietet. Er sprach sich zudem für den Bau eines neuen Gefängnisses im Département aus, da die Situation in Saint-Pierre aufgrund von Überbelegung und des maroden Zustands der Einrichtungen regelmäßig kritisiert wird. Gespräche mit gewählten Vertretern zur Ermittlung geeigneter Standorte für ein zukünftiges Gefängnis laufen bereits.
Der Minister gab schließlich die bevorstehende Ankunft von drei zusätzlichen Richtern am Berufungsgericht in Réunion sowie von Gerichtsschreibern und eines Vizepräsidenten für Familienrecht bekannt. Diese Ankündigungen erfolgen vor dem Hintergrund einer erheblichen Belastung der Justiz- und Gefängnisinfrastruktur in den französischen Überseegebieten.