Eine Initiative rechtsextremer Aktivisten hat in Dublin einen wütenden Aufschrei ausgelöst, nachdem in mehreren Stadtteilen der irischen Hauptstadt Hunderte Trikolore an Laternenpfählen aufgehängt wurden. Während Unterstützer die Geste als patriotische Geste darstellen, sehen viele Einwohner darin eine Einschüchterungstaktik gegen Einwanderer.
Laut lokalen Medienberichten wurden am Wochenende in den nördlichen und westlichen Bezirken der Stadt massenhaft irische Flaggen gehisst. Videos in den sozialen Medien zeigten Gruppen von Aktivisten, die die Flaggen mitten in der Nacht entrollten. Einige von ihnen riefen dazu auf, die Kontrolle über den öffentlichen Raum zurückzugewinnen.
Die lokalen Behörden gaben an, es gebe keine Vorschriften, die das Zeigen der Nationalflagge auf öffentlichen Straßen verbieten. Mehrere gewählte Amtsträger prangerten jedoch eine „Identitätsraubung“ des Nationalsymbols an. Auch antirassistische Gruppen verurteilten die Initiative und behaupteten, diese Flaggen würden „als Botschaft der Ausgrenzung gegenüber Einwanderern und sichtbaren Minderheiten eingesetzt“.
Unterstützer der Bewegung wiederum erklären, sie würden lediglich ihre Verbundenheit zu Irland zum Ausdruck bringen und versprechen, sich „jedem Versuch zu widersetzen, die Nationalflagge zu zensieren“. Einer der Organisatoren verglich diese Aktion mit einer ähnlichen Kampagne, die kürzlich in England durchgeführt wurde. Dort hissten rechtsextreme Gruppen ebenfalls mehr Flaggen, um gegen kulturelle Vielfalt und Einwanderung zu protestieren.
Dieser Vorfall ereignet sich inmitten eines angespannten politischen Klimas in Irland, das von zunehmender nationalistischer und einwanderungsfeindlicher Rhetorik, insbesondere in den sozialen Medien, geprägt ist. Die Behörden riefen zur Ruhe auf und bekräftigten, dass „nationale Symbole nicht für spaltende Zwecke missbraucht werden dürfen“.