Heute vor elf Jahren: der Anschlag auf Charlie Hebdo – die Geschichte eines Tages, der Frankreich erschütterte. (AP)
Heute vor elf Jahren: der Anschlag auf Charlie Hebdo – die Geschichte eines Tages, der Frankreich erschütterte. (AP)

Heute vor 11 Jahren, die 7 Januar 2015Frankreich tritt in eine neue Ära terroristischer Bedrohung ein. An diesem Tag wird ein sorgfältig geplanter Anschlag auf die Satirezeitung verübt. Charlie HebdoAls Symbol der Meinungsfreiheit ist es seit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen regelmäßig bedroht worden. Ein Rückblick auf jenen Tag des Terrors…

Ein vor einigen Jahren identifiziertes Ziel

Seit 2006, Charlie Hebdo Die Zeitung war aufgrund ihrer religiösen Karikaturen wiederholt Ziel von Drohungen. 2011 wurden ihre Büros nach einer Ausgabe zum Thema Scharia mit Brandbomben angegriffen. 2012 lebte die Redaktion unter Polizeischutz. Trotz dieser Vorfälle überrascht der Anschlag vom 7. Januar 2015 durch seine Brutalität, Präzision und tödliche Effizienz.

Der genaue Ablauf des Angriffs

Kurz zuvor 11h30, Gesagt und Cherif KouachiSchwer bewaffnet treffen sie in einem schwarzen Citroën in der Rue Nicolas-Appert ein. Nachdem sie versucht haben, das falsche Gebäude zu betreten, zwingen sie einen Angestellten in der Lobby des richtigen Gebäudes unter Waffengewalt, den Zugangscode einzugeben. Anschließend begeben sie sich in den zweiten Stock, wo die wöchentliche Redaktionssitzung stattfindet. Charlie Hebdosowie einen Königskuchen.

Im Inneren hatten sich etwa zwanzig Personen versammelt, darunter Journalisten, Karikaturisten, Gäste und Angestellte. Die Kouachi-Brüder eröffneten sofort das Feuer und riefen einige Anwesende namentlich. Die Opfer wurden aus nächster Nähe hingerichtet. In weniger als zehn Minuten… Zwölf Menschen werden ermordet. acht Mitglieder der Redaktion, ein Gast, ein Wartungsarbeiter und zwei Polizeibeamte.

Unter den getöteten Journalisten waren Stéphane Charbonnier (Charb), Verlagsleiter, Jean Cabut (Cabu), Georges Wolinski, Bernard Verlhac (Tignous), Philippe Honoré, Bernard Maris, Elsa Cayat et Mustapha Ourrad.

Die Kouachi-Brüder sind auf der Flucht.

Als die Terroristen den Tatort verließen, gerieten sie in eine Polizeistreife. Ein Polizist, Ahmed Merabet, wurde schwer verletzt und anschließend auf dem Bürgersteig aus nächster Nähe hingerichtet. Die Szene wurde gefilmt und weit verbreitet und zählt zu den bekanntesten Bildern des Anschlags. Die Kouachi-Brüder flohen daraufhin mit einem Auto und ließen dabei wichtige Beweismittel für die Ermittlungen, darunter Ausweispapiere, zurück.

Eine sofortige landesweite Fahndung

Die Terroralarmstufe ist auf höchster Stufe ausgerufen. Sicherheitskräfte starten eine... Fahndung von außergewöhnlichem AusmaßPolizeibeamte, Gendarmen, Eliteeinheiten und Geheimdienste wurden mobilisiert. Die Behörden identifizierten die Angreifer, die für ihre Radikalisierung bekannt waren, sehr schnell.

Chérif Kouachi wurde 2008 wegen seiner Beteiligung an einem irakischen Dschihadistennetzwerk verurteilt. Die beiden Brüder standen aufgrund ihrer Verbindungen zu mit Al-Qaida verbundenen Gruppen wiederholt unter Beobachtung. Die Ermittlungen ergaben, dass Saïd Kouachi sich einige Zeit im Jemen aufgehalten hatte, wo er Berichten zufolge eine militärische Ausbildung erhielt.

Zwei Tage mit maximaler Spannung

Am 8. und 9. Januar herrschte in Frankreich extreme Anspannung. Die Kouachi-Brüder wurden in Seine-et-Marne gesichtet, wo sie sich in einer Druckerei verbarrikadiert hatten. Dammartin-en-Goeleeinen Angestellten als Geisel nehmen. Januar 9Spezialeinheiten starten den Angriff und töten die beiden Terroristen.

Gleichzeitig bezeichnete sich ein Komplize, Amedy CoulibalyEr verübte einen separaten, aber koordinierten Anschlag, bei dem er in Montrouge eine Polizistin ermordete und anschließend im Hyper Cacher-Supermarkt an der Porte de Vincennes Geiseln nahm. Bei dieser Geiselnahme kamen vier Juden ums Leben, bevor die Polizei eingriff.

Insgesamt ergeben diese drei Tage der Angriffe 17-OpferNeben den drei getöteten Terroristen ist der Schock immens. Institutionen, Medien und Bevölkerung werden sich zunehmend der Verwundbarkeit des Gebiets gegenüber dschihadistischem Terrorismus bewusst.

Eine historische Mobilisierung: „Je suis Charlie“

Le 11 Januar 2015Ein republikanischer Marsch versammelt fast vier Millionen Menschen In ganz Frankreich, darunter etwa zwei Millionen in Paris, nehmen Dutzende Staats- und Regierungschefs an dieser beispiellosen Ehrung teil. Der Slogan lautet: "Ich bin Charlie"Spontan in den sozialen Medien entstanden, wurde es zu einem globalen Symbol der Solidarität und der Verteidigung der Meinungsfreiheit. Eine Meinungsfreiheit, die leider auch elf Jahre später noch viel zu fragil ist…