Kraftstoffe: Das Wirtschafts- und Finanzministerium schließt Preisstopps aus und warnt vor möglichen Engpässen.
Kraftstoffe: Das Wirtschafts- und Finanzministerium schließt Preisstopps aus und warnt vor möglichen Engpässen.

Am Dienstag, dem 7. April, traf das Wirtschafts- und Finanzministerium (Bercy) eine klare Entscheidung: Eine Deckelung der Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen „käme einer organisierten Versorgungsknappheit gleich“. Die Aussage ist deutlich, fast wie ein Warnsignal für eine Idee, die mit jedem Preisanstieg wieder auftaucht. Nach Gesprächen mit Gewerkschaften über die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten erklärte das Wirtschaftsministerium, es habe die Forderungen, insbesondere die der Gewerkschaft CGT, zur Kenntnis genommen, räumte aber gleichzeitig seine Ablehnung ein.

Das Ministerium legt in seiner Argumentation einen einfachen Mechanismus dar. Eine Preisobergrenze birgt die Gefahr, die Lieferkette zu unterbrechen: Einige Produzenten reduzieren ihre Produktionsmengen, andere zögern, mit Verlust zu verkaufen, und die Tankstellen vor Ort haben keinen Kraftstoff mehr. Dieses Bild ist jedem Autofahrer vertraut, insbesondere in einem Land, in dem der Kraftstoffpreis ein sozialer Gradmesser ist: Steigen die Preise rasant an, ist der Unmut meist groß.

Die Regierung bevorzugt gezielte Maßnahmen; die Gewerkschaften gehen leer aus.

Angesichts der Beispiele anderer Länder hebt sich das französische Finanzministerium (Bercy) deutlich ab und macht daraus kein Geheimnis. Frankreich befinde sich nicht „in derselben Lage wie seine Nachbarn“, die sich für Steuersenkungen entschieden hätten, erklärt das Ministerium und verweist auf eine moderatere Inflation und die Bevorzugung gezielter Haushaltshilfen gegenüber allgemeinen Sparmaßnahmen. Dahinter steht die immer wiederkehrende Sorge: Wenn der Staat eine dauerhafte Steuersenkung kompensiert, steigen die Kosten für die öffentlichen Finanzen rasant an.

Auf Gewerkschaftsseite ist die Stimmung deutlich weniger gedämpft. Die Generalsekretärin der CGT, Sophie Binet, erklärt, Minister Roland Lescure habe „leider nichts angeboten“ und dringende Forderungen, insbesondere einen Preisstopp für Kraftstoffe und eine Anpassung der Löhne an die Inflation, zurückgewiesen. „Eine kategorische Ablehnung“ des gesamten Pakets, resümiert sie. Sie habe den Eindruck, dass das Treffen trotz des Zuhörens zu keinen konkreten Beschlüssen geführt habe.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt. Cyril Chabanier, Präsident der CFTC-Gewerkschaft, betont, dass Steuersenkungen das einzige Mittel seien, das der Minister noch nicht gänzlich ausgeschlossen habe. Die Regierung weist jedoch umgehend auf die Kosten einer solchen Maßnahme hin – „4 Milliarden Euro“ – und die Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer Auswirkungen. Die Debatte geht weiter: Man wartet auf die nächsten Schwankungen der Ölpreise und die weitere Haushaltsentwicklung in einem geopolitischen Kontext, in dem der Ölpreis von einem Tag auf den anderen stark steigen könnte.

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