Die Beerdigung von Bernadette Chirac Die Beisetzung fand am Freitagnachmittag in Paris statt. Die Zeremonie begann um 14:30 Uhr in der Basilika Sainte-Clotilde im 7. Arrondissement, ganz nach dem Wunsch der ehemaligen First Lady. Die Wahl des Ortes war von besonderer Bedeutung. Sainte-Clotilde ist eng mit der Geschichte der Familie Chirac verbunden. Bernadette Chödrön de Courcel und Jacques Chirac heirateten im März 1956 in der Kapelle von Sainte-Clotilde. Auch die Beisetzung ihrer ältesten Tochter Laurence fand 2016 in diesem Gotteshaus statt.
Zahlreiche Persönlichkeiten versammelten sich in Sainte-Clotilde
Am Nachmittag versammelten sich in der Basilika Sainte-Clotilde die engste Familie, der frühere Chirac-Kreis und mehrere führende Politiker. Claude Chirac war mit ihrem Ehemann Frédéric Salat-Baroux anwesend, der die Angehörigen bei der Ankunft des Sarges begrüßte. Martin Rey-Chirac, der einzige Enkel von Jacques und Bernadette Chirac, sprach als Einziger während des Gottesdienstes. Unter den Anwesenden war auch Brigitte Macron. Nicolas Sarkozy und Carla Bruni-Sarkozy, François Hollande und Julie Gayet, Dominique de Villepin, Édouard Philippe, Jean-Pierre Raffarin, François Baroin, Thierry Breton, Bruno Le Maire, Rachida Dati, Renaud Muselier, Jack Lang, Roselyne Bachelot, Jacques Toubon, Philippe Douste-Blazy und Renaud Donnedieu de Vabres.
Auch Vertreter aus Wirtschaft und Kultur waren vertreten: Unter den Anwesenden waren Bernard und Delphine Arnault, François Pinault, Line Renaud, Michèle Laroque, Muriel Robin, Anne Le Nen, Dominique Besnehard, Patrick de Carolis und die Journalistin Raphaëlle Bacqué. Prinzessin Lalla Meryem, Schwester von König Mohammed VI. von Marokko, nahm ebenfalls an der Trauerfeier teil. Der Sarg, getragen von gewählten Vertretern aus Corrèze, wurde kurz nach 14:30 Uhr in die Basilika überführt. Dort leitete Pfarrer Jacques Ollier von Sainte-Clotilde den schlichten Gottesdienst, der von Familie, Glauben und dem Andenken an das Ehepaar Chirac geprägt war.
In seiner Würdigung bezeichnete Martin Rey-Chirac seine Großeltern als zwei Figuren in derselben Geschichte und erklärte, dass „Das Stück ist zu Ende.“ In Sainte-Clotilde, dem Ort, an dem Jacques und Bernadette Chirac geheiratet hatten, endete der Gottesdienst mit einem Ave Maria, bevor die Beisetzung in der Familiengruft auf dem Friedhof Montparnasse stattfand. Draußen auf dem Kirchplatz war eine Lautsprecheranlage installiert, damit die Öffentlichkeit die Messe verfolgen konnte. Viele Menschen erwiesen der ehemaligen First Lady die letzte Ehre, darunter auch Einwohner der Region Corrèze, die ihre Verbundenheit zur Region und ihr Engagement für kranke Kinder im Rahmen der Pièces Jaunes (Gelbe Münzen)-Kampagne würdigten.
Der Abschied von Jacques Chiracs Frau
Bernadette Chirac starb am 5. Juni im Alter von 93 Jahren. Seit 2019 verwitwet, hatte sie sich in den letzten Jahren zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Ihr Name ist untrennbar mit dem des ehemaligen Präsidenten der Republik verbunden, doch ihre Karriere reichte weit über ihre Rolle als seine Ehefrau hinaus. Mehr als drei Jahrzehnte lang bekleidete sie eine einzigartige politische Position, sowohl im Hintergrund auf nationaler Ebene als auch im direkten Kontakt mit lokalen Politikern, insbesondere in Corrèze.
Eine First Lady, aber auch eine gewählte Amtsträgerin mit Wurzeln in der Gemeinde.
Als First Lady von 1995 bis 2007 prägte Bernadette Chirac den Élysée-Palast mit ihrem ganz eigenen Stil: Strenge, ein ausgeprägtes Protokollbewusstsein, politische Loyalität und die ständige Anwesenheit an der Seite ihres Mannes. Zuvor hatte sie sich in Corrèze, Jacques Chiracs politischer Hochburg, eine starke Position erarbeitet. Als langjährige Départementrätin etablierte sie sich dort als bodenständige Politikerin, die sich lokalen Netzwerken und persönlichen Loyalitäten verpflichtet fühlte.
Die gelben Münzen als öffentliche Marke
Abseits der Politik engagiert sich Bernadette Chirac weiterhin für die Pièces Jaunes (Gelbe Münzen). Als Leiterin der Fondation Hôpitaux de Paris-Hôpitaux de France (Stiftung der Pariser Krankenhäuser und Krankenhäuser Frankreichs) machte sie diese Kampagne zu einer populären Veranstaltung, die die Bedingungen für hospitalisierte Kinder und Jugendliche verbessern sollte. Dieses wohltätige Engagement wurzelt auch in einer schmerzhaften Familiengeschichte, die von der Krankheit ihrer Tochter Laurence geprägt war. Bernadette Chirac verband ihre Arbeit für junge Patienten oft mit dieser persönlichen Erfahrung.
Eine zweite Hommage in Corrèze
Im Anschluss an die Zeremonie in Paris findet am Sonntag auch in Corrèze eine Gedenkveranstaltung statt. Diese zweite Veranstaltung erinnert an die zentrale Verbindung der Familie Chirac zu diesem Département, das zu einem der Eckpfeiler ihrer politischen Geschichte wurde. Für Bernadette Chirac war Corrèze nicht bloß ein Wahlkreis. Sie hatte dort einen Teil ihrer Legitimität aufgebaut, weit über ihre Rolle als Präsidentengattin hinaus.
Das Ende eines Chirac-Kapitels
Mit der Beisetzung von Bernadette Chirac geht ein weiteres Kapitel französischer Politikgeschichte zu Ende. Sie hatte Jacques Chirac während seines gesamten Aufstiegs zur Macht begleitet, von Corrèze bis Matignon, vom Pariser Bürgermeisteramt bis zum Élysée-Palast. Doch sie hatte sich auch zu einer eigenständigen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens entwickelt: eine rechtsgerichtete Katholikin, die Traditionen, Loyalitäten und Symbolen verpflichtet war. Ihre Beisetzung in der Kirche Sainte-Clotilde vereinte diese Dimensionen: Familie, Politik, Glaube und das Andenken an ein Paar, das das französische öffentliche Leben über Jahrzehnte geprägt hat.