Am Mittwoch, dem 7. Mai, verhängte die Nationalversammlung ihre strengste Strafe gegen zwei Abgeordnete: Andy Kerbrat (LFI) und Christine Engrand (ex-RN). Ersterer verwendete seinen Parlamentsumschlag für den Kauf von Medikamenten, während Letzterer damit persönliche Ausgaben beglich, darunter die Unterbringung seiner Hunde, ein Abonnement einer Dating-Site und die Beerdigungskosten.
Das Präsidium der Versammlung stimmte für ihren vorübergehenden Ausschluss aus der Kammer für zwei Wochen sowie für den Entzug der Hälfte ihrer Abgeordnetenentschädigung für zwei Monate. Präsidentin Yaël Braun-Pivet begründete die Entscheidung mit der „Wiederkehr und Dauer der Vorkommnisse“, die in keinem Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Funktionen stünden. Andy Kerbrat, der wegen einer Sucht krankgeschrieben ist, gibt an, den gesamten Betrag zwischen Mai und Dezember 2023 zurückgezahlt zu haben.
Christine Engrand, die bereits im vergangenen März aus der Nationalen Rassemblement ausgeschlossen wurde, sieht ihre politische Situation dadurch geschwächt. Diese beiden Fälle entfachen die Debatte über die Transparenz der Verwendung öffentlicher Gelder durch gewählte Amtsträger neu.