In Taverny versucht Florence Portelli, die rechten und die Mitte-Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.
In Taverny versucht Florence Portelli, die rechten und die Mitte-Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

In Taverny im Département Val-d’Oise bereitet Florence Portelli für Juni ein politisches Treffen vor, das einem Weckruf gleicht: Ideen sollen diskutiert werden, nicht Punkte zählen. Die im ersten Wahlgang wiedergewählte Bürgermeisterin und Kandidatin der LR (Les Républicains) möchte mehrere Persönlichkeiten aus dem rechten und dem Mitte-Spektrum zusammenbringen, die bereits die Wahlen 2027 im Blick haben. Ihr erklärtes Ziel ist es, „die kleinlichen Streitereien hinter sich zu lassen“ und eine Diskussion zu etablieren, die sich auf konkrete Vorschläge konzentriert – fernab von den Parolen und internen Konflikten, die die Wähler ermüden.

Eine lokale Szene für ein nationales Ziel

Die Veranstaltung, deren Format an die Treffen des französischen Unternehmerverbands Medef angelehnt ist, soll ein breites Themenspektrum abdecken – Ökologie, Bildung, Kultur, Unabhängigkeit, Justiz und soziale Gerechtigkeit – und verspricht einen „Ideenaustausch“ statt einer unübersichtlichen Debatte. Laut veröffentlichten Informationen haben Xavier Bertrand, David Lisnard und Édouard Philippe ihre grundsätzliche Zusage gegeben, ohne dass dies bisher formell bekannt gegeben wurde. Die Einladung könnte auch an andere Persönlichkeiten wie Gabriel Attal, Dominique de Villepin oder Bruno Retailleau ausgesprochen werden. Hinter dieser Methode verbirgt sich eine subtile Sorge: Man möchte verhindern, dass die Debatte zu schnell auf eine Vorwahl und Meinungsumfragen reduziert wird, und vor allem das Gespenst einer Stichwahl zwischen dem Rassemblement National und La France Insoumise (LFI) abwenden – ein Zeichen für ein gespaltenes Land in einer Zeit, in der die Ära nach Macron Rivalitäten und Ambitionen bereits verschärft.

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