Am Montagabend, dem 6. April, überschritt die Petition gegen das geplante Gesetz zur Bekämpfung neuer Formen des Antisemitismus die Marke von 400.000 Unterschriften auf der Website der Nationalversammlung. Gegen 23:30 Uhr zeigte der Zähler 400.712 Unterzeichner an, nachdem bereits am Vortag die 300.000er-Marke überschritten worden war. Diese Zahl erzählt zwar nicht die ganze Geschichte, aber sie verrät bereits etwas: In einer hochsensiblen Angelegenheit hat ein Teil der Bevölkerung den institutionellsten Weg gewählt – einen Klick auf die Plattform des Parlaments.

Die Zählerstände steigen, die Debatte spitzt sich zu.

Die Initiative, angeführt vom 26-jährigen Agraringenieur Alexandre Balasse, stellt den Geist der Maßnahme infrage und äußert Bedenken hinsichtlich der möglichen Verwechslung von Antisemitismus und Israelkritik, die er als Antizionismus bezeichnet. In seiner Stellungnahme hebt er eine Gefährdung der Meinungsfreiheit hervor, insbesondere wenn es um die palästinensische Frage geht. Die Abgeordnete Caroline Yadan argumentiert hingegen, die Maßnahme sei eine Reaktion auf den Anstieg antisemitischer Vorfälle seit Herbst 2023 und eine Stärkung des Rechtsrahmens gegen neue Formen des Antisemitismus, insbesondere im Internet. Dazu gehöre die Ausweitung des Straftatbestands der Terrorismusverherrlichung und die Schaffung eines neuen Straftatbestands der Staatsleugnung.

Die nüchterne, aber unumstößliche Regel des Parlaments bleibt bestehen: Ab 100.000 Unterschriften wird eine Petition automatisch auf der Plattform veröffentlicht; bei 500.000 Unterschriften aus mindestens 30 Departements kann – vorbehaltlich der Zustimmung der Fraktionsvorsitzenden – eine Debatte im Plenum angestoßen werden. Die Gesetzesvorlage selbst ist für den 16. und 17. April angesetzt, was wenig Zeit für weitere Fortschritte lässt. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Schutz und der Angst vor der Unterdrückung abweichender Meinungen, steht die Nationalversammlung vor einem schwierigen Balanceakt, den die Nation gespannt verfolgt.

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