Neues Erdbeben innerhalb der FIFA. Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater von FIFA-Präsident Gianni Infantino, gab seinen sofortigen Rücktritt bekannt, nachdem er sich öffentlich von dem Plan distanziert hatte, einen Teil der wirtschaftlichen Rechte der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. In einer besonders entschiedenen Stellungnahme betonte der ehemalige Präsident des US-amerikanischen Fußballverbands, er sei von dieser Initiative nie informiert worden. Er bekräftigte, an keinerlei vorbereitenden Gesprächen teilgenommen zu haben, und brachte seine „unmissverständliche“ Ablehnung zum Ausdruck. Er sei überzeugt, dass dieses Vorhaben ein Fehler für die FIFA-Mitgliedsverbände, den Weltfußball und dessen langfristige Zukunft sei.
„Ich kann nicht tatenlos zusehen.“
Carlos Cordeiro erklärt, seine Entscheidung sei von persönlichen und beruflichen Überzeugungen geprägt. Der ehemalige Banker mit über 35 Jahren Erfahrung im Finanzsektor betont, er verstehe den Wert eines Vermögenswerts wie der Fußball-Weltmeisterschaft und die Konsequenzen eines Verkaufs eines Teils ihrer zukünftigen Einnahmen vollauf. : „Als hochrangiger Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf eines Teils der Weltmeisterschaft erwägt. Um es klarzustellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Das sind schlechte Nachrichten für die FIFA-Mitgliedsverbände, für den Fußball und für seine langfristige Zukunft.“
Viele Fragen bleiben unbeantwortet.
In seiner Stellungnahme kritisiert Carlos Cordeiro zudem die mangelnde Transparenz dieses Projekts. Seiner Ansicht nach bleiben mehrere wesentliche Fragen unbeantwortet. Er hinterfragt insbesondere die Gründe für das Vorhaben, den Zeitplan, die geplanten Kontrollmechanismen, die tatsächlichen Nutznießer der Vereinbarung, das mögliche Bestehen eines Wettbewerbsverfahrens und die künftige Steuerung des Vorhabens. Darüber hinaus stellt er die erwarteten Gewinne für die Investoren und die potenziellen Kosten für den Weltfußball infrage. Für ihn ist jegliche Unterstützung des Projekts aufgrund der fehlenden Antworten auf diese Fragen unmöglich.
Ein sofortiger Rücktritt
Da er der Ansicht war, die Position der FIFA in dieser Angelegenheit nicht länger verteidigen zu können, kündigte Carlos Cordeiro seinen sofortigen Rücktritt an. : „Nach reiflicher Überlegung kann ich meine Funktion als leitender Berater des FIFA-Präsidenten nicht länger ausüben. Daher bin ich mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.“
Dieser Rücktritt stellt einen bedeutenden Rückschlag für Gianni Infantino dar. Carlos Cordeiro war als Seniorberater des FIFA-Präsidenten tätig und gehörte zu dessen engstem Kreis. Sein öffentlicher Rücktritt, verbunden mit der direkten Kritik am geplanten Verkauf von Vermögenswerten im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft, verschärft die Spannungen um dieses Vorhaben und schwächt seine Position innerhalb des Weltverbandes weiter.