Der Präsident von Real Madrid hat die Negreira-Affäre neu entfacht, indem er dem FC Barcelona vorwarf, jahrelang von einem bevorzugten Schiedsrichtersystem profitiert zu haben. Florentino Pérez behauptet sogar, Real Madrid sei dadurch um mehrere spanische Meistertitel gebracht worden.
Florentino Pérez entfacht die Negreira-Affäre neu
Florentino Pérez nutzte seine Pressekonferenz, um die Affäre um Negreira erneut in den Mittelpunkt der spanischen Debatte zu rücken. Der Präsident von Real Madrid griff den FC Barcelona direkt an und warf ihm vor, jahrelang von einem Korruptionssystem im spanischen Schiedsrichterwesen profitiert zu haben.
Der Madrider Präsident äußerte sich besonders vernichtend und erklärte, „Die Negreira-Affäre ist der größte Skandal in der Geschichte des Fußballs.“Er erinnerte sich auch daran, dass Barça "Für zwei Jahrzehnte bezahlt" Unternehmen, die mit José María Enríquez Negreira, dem ehemaligen Vizepräsidenten des spanischen Schiedsrichter-Technikkomitees, in Verbindung stehen, fügte er hinzu, dass selbst nach diesen Zahlungen, „Es sind dieselben Schiedsrichter.“ der weiterhin im Dienst blieb.
Real Madrid behauptet, um mehrere Titel gebracht worden zu sein.
Florentino Pérez erklärte außerdem, dass diese Affäre direkte Auswirkungen auf die Bilanz von Real Madrid gehabt hätte. Der Präsident von Real Madrid äußerte sich in diesem Punkt sehr deutlich: „Ich habe während meiner Präsidentschaft 7 La-Liga-Titel gewonnen, aber ich hätte 14 haben müssen! Allein in dieser Saison wurden 18 Punkte gestohlen, und wir haben Videobeweise dafür.“
Seiner Ansicht nach wurde Real Madrid deshalb über mehrere Saisons hinweg sportlich benachteiligt und hätte ohne das, was er als voreingenommenes Schiedsrichterumfeld darstellt, noch viele weitere Meisterschaften gewinnen können.
Pérez behauptet, Real Madrid verfüge über Videobeweise, die seine Anschuldigungen untermauern. Dieser Angriff mag überraschend erscheinen, angesichts dessen, wie sehr Real Madrid (wie übrigens auch Barcelona) jahrelang von Schiedsrichterentscheidungen in europäischen Wettbewerben profitiert zu haben scheint… Ist der Madrider Präsident ein schlechter Verlierer?
Real Madrid will den Fall der UEFA vorlegen.
Florentino Pérez ist jedenfalls überzeugt, dass Real Madrid diese Angelegenheit als Integritätsfrage für den europäischen Fußball betrachtet und beabsichtigt, den Fall der UEFA vorzulegen. Der Madrider Verein bereitet ein umfassendes Dossier vor, um seine Position zu untermauern und den europäischen Fußballverband aufzufordern, den aus seiner Sicht schwerwiegenden Verstoß gegen die sportliche Fairness zu untersuchen.
Barcelona reagiert mit einer offiziellen Stellungnahme
Der FC Barcelona reagierte umgehend. In einer nach den Äußerungen von Florentino Pérez veröffentlichten Stellungnahme erklärte der katalanische Klub, dass seine Rechtsabteilung die Aussagen und Anschuldigungen des Präsidenten von Real Madrid sorgfältig prüfe.
Barça erklärt, dass die Kommentare derzeit analysiert und die nächsten Schritte geprüft werden. Der Verein gibt außerdem an, seine Entscheidungen zu gegebener Zeit bekanntzugeben.
Ein brisantes Thema für den spanischen Fußball
Zur Erinnerung: Im Fall Negreira geht es um Zahlungen, die der FC Barcelona über mehrere Jahre an Unternehmen geleistet hat, die mit José María Enríquez Negreira, einem ehemaligen hochrangigen Beamten der spanischen Schiedsgerichtsbarkeit, in Verbindung stehen.
Barça bestätigt die Existenz dieser Zahlungen, beteuert aber, dass sie für technische Gutachten über Schiedsrichter und Beratungsleistungen bestimmt waren. Der katalanische Verein bestreitet jegliche Absicht, Schiedsrichterentscheidungen oder Spielergebnisse zu beeinflussen.
Genau an diesem Punkt sind die Spannungen besonders hoch. Für Real Madrid werfen diese Zahlungen Fragen hinsichtlich der sportlichen Integrität auf. Für Barcelona gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Schiedsrichter oder die Ergebnisse beeinflusst wurden.
Die Angelegenheit könnte dann vor der UEFA oder vor Gericht entschieden werden.
Das nächste Kapitel wird sich nun an zwei Fronten entfalten. Zum einen könnte Real Madrid seinen Fall bei der UEFA einreichen und eine Stellungnahme des europäischen Fußballverbandes fordern. Zum anderen könnte der FC Barcelona rechtliche Schritte gegen Florentino Pérez einleiten, sollten dessen Äußerungen als schädlich eingestuft werden.
Eines ist sicher: Die Affäre um Negreira, die ohnehin schon als einer der heikelsten Fälle im spanischen Fußball gilt, hat eine explosive Wendung genommen. Diesmal stehen sich die beiden mächtigsten Klubs Spaniens direkt gegenüber, und im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein Vorwurf: Real Madrid ist der Ansicht, dass Barça ihnen nicht nur Punkte, sondern auch Titel abgenommen hat.