Dies ist ein schwerer Schlag für die Profiliga. Canal+ hat angekündigt, sich aus der Verbreitung des künftigen, 100%igen Ligue-1-Kanals zurückzuziehen, der für die nächste Saison geplant ist. Der Präsident der Gruppe, Maxime Saada, bestätigte die Entscheidung in einem Interview mit L'Équipe und verwies auf „unerfüllte“ Bedingungen, insbesondere eine Meinungsverschiedenheit über den von der LFP festgelegten Abonnementpreis von 20 Euro, der für ein unvollständiges Angebot als zu hoch angesehen wurde. Tatsächlich wird weiterhin ein Spiel pro Spieltag auf beIN Sports übertragen.
Ein Abonnementpreis gilt als unrealistisch
Zwei Szenarien wurden erwogen: ein exklusiver Vertrieb durch Canal+ mit einer garantierten Mindestzahlung oder ein nicht-exklusiver Vertrieb mit dem Versprechen, beim Start bis zu eine Million Abonnenten zu gewinnen. Die Verhandlungen über den geforderten Preis gerieten jedoch ins Stocken, insbesondere weil der Sender nicht alle Spiele übertragen wird. Die Canal+-Gruppe hält diese Preisgestaltung für die Verbraucher für unrealistisch.
Der Rückzug von Canal+ erfolgt inmitten einer angespannten Situation nach der Trennung zwischen LFP und DAZN Anfang Mai. Die Liga hat seitdem beschlossen, einen eigenen Kanal zu gründen, um ihre Fernseheinnahmen zu maximieren. Nicolas de Tavernost, der neue Chef von LFP Media, versichert dennoch, dass der Kanal zur Wiederaufnahme der Meisterschaft am 16. August bereit sein wird.
Trotz der Trennung weist Maxime Saada jegliche Rachegelüste zurück und betont, Canal+ habe konstruktive Vorschläge gemacht. Er erwähnte sogar ein Angebot, das Spiel am Sonntagabend kostenlos mitzuübertragen. Die Saga um die TV-Rechte der Ligue 1 ist also noch lange nicht vorbei.