Ein weiterer Rückschlag für Girondins Bordeaux. Wenig überraschend hat der Vermittler des französischen Nationalen Olympischen und Sportkomitees (DNCG) dem Antrag des Bordeaux-Clubs eine ablehnende Stellungnahme abgegeben und empfohlen, die Entscheidung des DNCG, Girondins von den nationalen Meisterschaften auszuschließen, aufrechtzuerhalten . Diese Entscheidung stürzt den sechsmaligen französischen Meister in eine äußerst ungewisse Zukunft, da die Gefahr einer Liquidation droht.
Der CNOSF weist die Argumente der Girondisten zurück.
Die Girondins hatten beim französischen Nationalen Olympischen und Sportkomitee (CNOSF) Berufung eingelegt, um nach ihrem Ausschluss, der ursprünglich am 30. Juni von der Bundesklubkontrollkommission und der DNCG (Nationale Direktion für Managementkontrolle) ausgesprochen und anschließend im Berufungsverfahren am 15. Juli bestätigt worden war, wieder in den nationalen Wettbewerb aufgenommen zu werden. Am 5. August fand eine Schlichtungsverhandlung statt. Die Delegation aus Bordeaux hoffte, den Schlichter durch die Hervorhebung der signifikanten Veränderungen in der Finanz- und Kapitalstruktur des Vereins seit der letzten Anhörung vor der DNCG zu überzeugen. Dies reichte jedoch nicht aus. In seiner am Freitag, dem 14. August, veröffentlichten Stellungnahme empfahl der Schlichter, den Ausschluss der Girondins von den nationalen Meisterschaften aufrechtzuerhalten. Bordeaux wird somit nicht die erhoffte Wiederaufnahme in die National 1, die ab dieser Saison als National 2 bezeichnet wird, erhalten.
Gérard Lopez verkaufte seine Aktien für einen Euro.
Der Verein hatte jedoch einen deutlich überarbeiteten Vorschlag eingereicht. Am 31. Juli verkaufte Gérard Lopez seine Anteile für einen symbolischen Euro an Sparta Capital. Der Geschäftsmann verzichtete zudem auf seine Schulden und die Klausel, die eine Rückkehr zu besseren finanziellen Verhältnissen ermöglicht hätte. Der britische Fonds sammelte 10,6 Millionen Euro ein, um die Saison 2026/2027 zu finanzieren, ausstehende Schulden aus dem Vorjahr zu begleichen und die im Restrukturierungsplan festgelegten Fristen einzuhalten. Mehrere Investoren beteiligten sich an der Finanzierung, darunter James Bord, Leiter des Park Bench Fonds, der Unternehmer Felix Roemer, der Amerikaner Evan Sofer und Jeremy Green, Gründer und Portfoliomanager der Redmile Group. Diese neuen Elemente bildeten den Kern der Argumentation von Bordeaux vor dem französischen Nationalen Olympischen und Sportkomitee (CNOSF). Letztendlich führten sie jedoch nicht zu einer positiven Stellungnahme.
Bordeaux befindet sich in der Region 1
Die unmittelbare sportliche Konsequenz: Bordeaux bleibt vorerst in Gruppe B der Regionalliga Nouvelle-Aquitaine 1. Das erste Ligaspiel findet am Samstag, den 29. August, auswärts gegen Saint-Médard-en-Jalles statt, das weniger als 10 Kilometer vom Trainingszentrum in Le Haillan entfernt liegt. Dies ist ein herber Abstieg für einen Verein, der in der Saison 2021/2022 noch in der Ligue 1 spielte und sechs französische Meistertitel vorweisen kann. Nach dem administrativen Abstieg und dem Verlust des Profistatus im Jahr 2024 spielte Bordeaux zwei Spielzeiten lang in der National 2.
Der Verkauf an Sparta Capital ist unmittelbar gefährdet
Doch die Folgen dieser Entscheidung reichen weit über den Platz hinaus. Das Übernahmeangebot von Sparta Capital war an die Rückkehr der Girondins in eine nationale Liga geknüpft. Sollte die Wiedereingliederung des Vereins scheitern, ist der Abschluss dieses Deals daher unmittelbar gefährdet. Können die Verkaufsbedingungen nicht mehr erfüllt werden, könnte die Finanzierungsvereinbarung, die den Fortbestand des Vereins sichern soll, hinfällig werden. Dies würde die finanziellen Mittel gefährden, die der Verein für seinen Sanierungsplan und den regulären Spielbetrieb während der Saison benötigt.
Die gerichtliche Liquidation wird zu einer realen Bedrohung.
Dies ist nun die größte Gefahr für Bordeaux. Nachdem die Wiedereingliederung in die nationale Meisterschaft verweigert wurde und die Übernahme durch Sparta Capital ungewiss ist, könnten die Girondins nicht mehr in der Lage sein, den Spielbetrieb unter den geplanten Bedingungen fortzuführen. Eine Liquidation wäre ein weiterer dramatischer Schritt im Niedergang des Bordeaux-Clubs. Sie könnte zum Zusammenbruch der bestehenden Struktur führen und Fragen zur sportlichen Zukunft des Clubs, seiner Mitarbeiter, seiner Spieler und seiner Jugendakademie aufwerfen. Nach jahrelangen finanziellen und sportlichen Schwierigkeiten stehen die Girondins de Bordeaux erneut vor einer entscheidenden Frage für ihr Fortbestehen.