Girondins Bordeaux wurde am Dienstag von der französischen Fußballaufsichtsbehörde DNCG für die Saison 2026/2027 von allen nationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Entscheidung betrifft die erste Mannschaft und verhindert, dass der Verein in der kommenden Saison an nationalen Ligen teilnehmen kann. Der Verein hat angekündigt, innerhalb der vorgegebenen Frist Berufung einzulegen. Die Sanktion ist daher noch nicht endgültig vollzogen, versetzt Bordeaux aber in eine äußerst dringliche Lage: Der Fall muss innerhalb von etwa zwei Wochen untermauert und dem Berufungsausschuss vorgelegt werden.
9 Millionen Euro fehlen
Bordeaux konnte die erwarteten Finanzierungsgarantien für die Saison 2026/27 nicht vorlegen. Es geht um die geforderten neun Millionen Euro, die notwendig sind, um den Spielbetrieb des Vereins zu sichern und die Teilnahme an einer nationalen Liga zu ermöglichen. Die Anhörung vor der DNCG (Nationale Direktion für Managementkontrolle) verlief angespannt. Bordeaux bemühte sich, die Finanzierung inmitten laufender Übernahmegespräche mit Sparta Capital und ungeklärter Probleme mit Bordeaux Métropole, insbesondere bezüglich des Stadions, abzuschließen.
Der Einspruch sollte dem Verein die Möglichkeit geben, aktualisierte Finanzinformationen vorzulegen. Bordeaux muss insbesondere nachweisen, dass er über die notwendigen Mittel und Garantien verfügt, um den Spielbetrieb in den nationalen Ligen wieder aufzunehmen. Der Einspruchsausschuss muss den Fall zügig prüfen, bevor die Nationalmannschaftskader Mitte Juli endgültig feststehen. Die unmittelbare sportliche Zukunft des Vereins steht somit innerhalb kürzester Zeit auf dem Spiel.
Auf dem Weg in die sechste Liga?
Sollte der Ausschluss im Berufungsverfahren bestätigt werden, wäre Bordeaux nicht mehr berechtigt, in der National, National 2 oder National 3 zu spielen. Sportlich gesehen wäre dann ein Neustart in der Régional 1, der sechsten Liga des französischen Fußballs, am wahrscheinlichsten. Dies wäre ein weiterer administrativer Rückschlag für einen Verein, der in der Saison 2021/2022 noch in der Ligue 1 und anschließend in der Ligue 2 spielte, bevor er finanziell und sportlich in den Amateurfußball abstieg. Bordeaux spielte die letzten beiden Spielzeiten in der National 2, der vierten Liga.
Ein Verein, der seit 2024 bereits geschwächt ist
Girondins Bordeaux hatte bereits 2024 nach der Insolvenzanmeldung und dem Abstieg in die zweite Liga (National 2) den Profistatus verloren. Die Jugendakademie wurde geschlossen und die Profiverträge aufgelöst. 2025 genehmigte das Handelsgericht Bordeaux einen Sanierungsplan, der dem Verein den Fortbestand und den Verbleib in der National 2 ermöglichte. Dieser Plan sah insbesondere eine Reduzierung der Schulden von 94 Millionen Euro auf 26 Millionen Euro vor, die innerhalb von zehn Jahren zurückgezahlt werden sollten.
Der Athlet allein genügt nicht mehr.
Sportlich belegte Bordeaux in der Saison 2025/2026 in seiner Gruppe der National 2 den zweiten Platz hinter La Roche-sur-Yon. Der Aufstieg gelang dem Verein nicht, doch er konzentrierte sich weiterhin auf die Vorbereitung für die kommende Saison. Die Entscheidung der DNCG stellt nun alles infrage: Kader, Spielplan, Budget, Verpflichtungen, Neuzugänge und das Wettbewerbsniveau. Bis zur Verhandlung über den Einspruch wartet Bordeaux auf eine behördliche Entscheidung.
