Sardar Azmoun wurde wegen Hochverrats von der Weltmeisterschaft mit dem Iran ausgeschlossen.
Sardar Azmoun wurde wegen Hochverrats angeklagt und von der Weltmeisterschaft mit dem Iran ausgeschlossen.

Sardar Azmoun wird nicht an der Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen. Der 31-jährige Stürmer wurde von Trainer Amir Ghalenoei nicht in den 26-köpfigen Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko berufen. Seine Abwesenheit ist eine der größten Überraschungen für die iranische Nationalmannschaft: Azmoun erzielte 57 Tore in 91 Länderspielen und zählt zu den wichtigsten Stürmern der jüngeren Geschichte des Teams Melli. 

Ein Ausschluss, der über das Feld hinausgeht

Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebende Spieler von Shabab Al-Ahli war bereits im März nicht für die Freundschaftsspiele gegen Nigeria und Costa Rica nominiert worden. Die Angelegenheit nahm eine politische Wendung, nachdem ein Foto veröffentlicht und später wieder gelöscht wurde, das ihn neben Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dem Herrscher von Dubai, zeigte. Im Iran wurde diese Geste von regierungsnahen Quellen als Akt der Illoyalität gegenüber dem Land gewertet. 

Eine Rückkehr, die gefordert, aber nie umgesetzt wurde.

Trotz der Kontroverse wurde die Möglichkeit seiner Rückkehr ins Gespräch gebracht. Der iranische Vizepräsident Abdolkarim Hosseinzadeh hatte sich öffentlich für seine Wiedereinsetzung ausgesprochen und diese als Geste der nationalen Einheit dargestellt. Doch nur wenige Tage vor Ablauf der Frist für die Einreichung der Kaderlisten erklärte der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Taj, ihm sei keine bevorstehende Wiedereinsetzung bekannt. Die endgültige Liste bestätigte Azmouns Abwesenheit. 

Azmoun antwortete mit einer patriotischen Botschaft.

Nachdem er nicht in den vorläufigen Kader berufen worden war, veröffentlichte Azmoun eine Nachricht, in der er seine Verbundenheit zu Iran bekräftigte und seinen Teamkollegen viel Erfolg bei der Weltmeisterschaft wünschte. Er betonte erneut, dass er schon immer für sein Land spielen und der iranischen Nationalmannschaft zum Sieg verhelfen wollte, selbst nachdem Vorwürfe der Illoyalität gegen ihn laut geworden waren. 

Taremi und Jahanbakhsh werden den Angriff anführen

Ohne Azmoun wird Iran im Angriff vor allem auf den 33-jährigen Mehdi Taremi und Alireza Jahanbakhsh setzen. Die iranische Nationalmannschaft schlägt ihr Trainingslager in Tijuana, Mexiko, auf, bevor sie ihre drei Gruppenspiele in den USA bestreitet: am 15. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland, am 21. Juni ebenfalls in Los Angeles gegen Belgien und am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten.