Am Sonntag, dem 31. Mai, findet in der Petite Halle de la Villette (19. Arrondissement von Paris) die erste Ausgabe des Yokai Matsuri statt, einem Festival, das von der französisch-japanischen Sängerin und Flötistin Maïa Barouh – Tochter von Pierre Barouh, dem Gründer des Labels Saravah – ins Leben gerufen und organisiert wird. Die Veranstaltung wird am 28. Juni und 28. Juli jeweils von 11:00 bis 24:00 Uhr fortgesetzt. Der Eintritt ist bis 20:00 Uhr frei, das Musikprogramm beginnt um 19:30 Uhr. Das Festival, das als moderne Version der Matsuri – der beliebten Nachbarschaftsfeste, die in Japan seit Jahrhunderten existieren – konzipiert ist, bevölkert von Yokai, mythologischen Wesen der japanischen Folklore, die sowohl bedrohlich als auch schelmisch sein können. Jeder Abend gleicht einem Maskenball, bei dem die Grenzen zwischen Bühne und Publikum, zwischen Tradition und Underground, zwischen Mensch und Fabelwesen bewusst verschwimmen.
Eine Idee, die zwanzig Jahre lang gereift war, drei Abende als Vorschau.
Die Idee reifte bereits seit rund zwanzig Jahren in Maïa Barouhs Kopf, genährt von ihren Jahren in Tokios queerer Underground- und Cabaret-Szene. „Mich interessiert alles Hybride. Dieses Festival will das Ungewöhnliche feiern, alles, was in keine Schublade passt“, erklärte sie gegenüber France Télévisions. Für die erste Ausgabe kommen die eingeladenen Gruppen aus Europa, sind aber alle tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Am 31. Mai tritt Mitsune auf – ein Berliner Quartett aus japanischen Musikern und ihren australischen und griechischen Kollaborateuren – und verbindet Shamisen Tsugaru, Perkussion, Bass und rituelle Psychedelia. Ihr Album „Hazama“ (2022) erreichte die Top 10 der Transglobal World Music Charts. Auf den Bühnen werden außerdem DJ Mask, Mitbegründer des auf japanische Musik spezialisierten Labels 180g, und das Kollektiv Les Nekomata auftreten, Tänzer und Zirkusartisten, die aus dem Publikum auftauchen, um dessen Wahrnehmung zu hinterfragen. Am 28. Juni präsentiert das belgisch-japanische Duo Alek et les Japonaises seinen Hybrid-Pop, eine Mischung aus City Pop, Tropicalia und New Wave. Am 28. Juli treten die Seppuku Pistols auf, ein in Tokio ansässiges Kollektiv von rund zwanzig Mitgliedern, die Punk, traditionelle Instrumente (Shamisen, Biwa, Shakuhachi, Taiko) und das Erbe der Edo-Zeit in Straßen- und Trance-Performances vereinen. Eine erweiterte drei- oder viertägige Version des Festivals ist für Oktober 2026 geplant.
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