Vernon: Techno-Festival aufgrund lokalen Drucks abgesagt
Vernon: Techno-Festival aufgrund lokalen Drucks abgesagt

In Vernon wird Techno diesen Sommer keine große Rolle spielen. Das Éclipse-Festival des Rouener Kollektivs Fusion hätte am 4. und 5. Juli auf dem Campus de l'Espace stattfinden sollen. Obwohl von Präfektur und Rathaus genehmigt, wurde die Veranstaltung nach einer unerwarteten, aber entschiedenen Mobilisierung der Bevölkerung auf 2026 verschoben. An vorderster Front: Anwohner und das benachbarte Reitzentrum, die sich vehement gegen die Installation von Bass und Stroboskoplicht nur wenige Schritte von ihren Ställen entfernt wehrten. Eine Petition, ein Aufschrei der Tierärzte und die Angst vor massivem Stress für rund dreißig ältere Pferde genügten, um die monatelangen Vorbereitungen zu sabotieren.

Die Sorge siegte über die Dezibel

Obwohl das Festival für eine Geländestrecke geplant war, die normalerweise dem Reittraining gewidmet ist, musste man zahlreiche Zugeständnisse machen: Reduzierung der Kapazität von 2 auf 000 Personen, Zusage einer ständigen Bewachung, Verpflichtung, die Pferde vorübergehend in weniger als 800 km Entfernung unterzubringen. Alles vergeblich. Der kontaktierte französische Pferdesportverband schlug Alarm. Zu viel Lärm, zu viel Licht, zu viele Menschen … Potenziell gefährliche Reize für die Tiere. Einige über 10 Jahre alte Pferde galten als nicht transportierbar. Sogar Tierärzte bekräftigten ihre Botschaft: Es bestehe die Gefahr einer Panik unter den Tieren. Hinzu kamen die von den Anwohnern als unklar empfundene Kommunikation (in den Anzeigen stand ein „verlassenes Gelände“, während Wohn- und Sportanlagen an das Gelände grenzen) und ein aufgrund der Nähe zu ArianeGroup als Seveso eingestufter Standort, und der Cocktail wurde explosiv.

Eine Ausgabe 2026, aber nicht am selben Ort?

Das Rathaus zog sich aus seiner Vermittlerrolle zurück und räumte unvereinbare Grundsatzpositionen ein. Trotz des behördlichen grünen Lichts gab das Fusion-Kollektiv schließlich auf: Angesichts der verkürzten Fristen, der unmotivierten Dienstleister und der anhaltenden Spannungen war es zu spät, eine „Billigausgabe“ zu improvisieren. Die Organisatoren weigern sich jedoch, von einem Misserfolg zu sprechen. Sie betonen, die Verschiebung sei ein Schritt hin zu einem besseren Veranstaltungsort im Jahr 2026 – anderswo. „Es war kein Rave, sondern eine gut organisierte und gesellige Musikveranstaltung“, betonen sie. Die Anwohner ihrerseits genießen einen sehr vorübergehenden Sieg. Nicht gegen Techno, sagen sie, sondern gegen die Unvereinbarkeit eines als unvereinbar erachteten Veranstaltungsortes. Und sie warnen bereits: „Nicht 2025, nicht 2026, nicht hier.“ Es bleibt nur noch, einen einladenderen Ort zu finden – sowohl für die Redner als auch für die Pferde.