Weihnachten im Lichterglanz – fast fünfzig französische Denkmäler verwandeln sich ab dem 20. Dezember in magische Szenen.
Weihnachten im Lichterglanz – fast fünfzig französische Denkmäler verwandeln sich ab dem 20. Dezember in magische Szenen.

Mit dem nahenden Weihnachtsfest bereitet sich ein Teil des französischen Kulturerbes auf eine Transformation vor. Vom 20. Dezember 2025 bis zum 4. Januar 2026 werden fast fünfzig Denkmäler im ganzen Land an der Veranstaltung „Geschichten und Erzählungen“ teilnehmen, die vom Centre des Monuments Nationaux (Nationales Denkmalzentrum) organisiert wird. Diese Initiative, die seit über zwanzig Jahren fester Bestandteil der Kulturszene ist, bietet ein festliches, nächtliches Erlebnis, das Aufführungen, Spaziergänge, digitale Kreationen und Workshops miteinander verbindet und es den Besuchern ermöglicht, historische Stätten aus einer ganz neuen, fantasievollen Perspektive zu entdecken. Das Ziel bleibt unverändert: einen Dialog zwischen Kulturerbe und Erzählkunst, Stein und Licht, Geschichte und Fiktion zu schaffen. In einer Zeit, in der Weihnachten zunehmend als Zeit des kulturellen und familiären Miteinanders erlebt wird, möchte das Programm ein breites Publikum von Kindern bis zu Erwachsenen erreichen, indem es sein Angebot an die Besonderheiten jedes einzelnen Ortes anpasst. In ganz Frankreich werden die teilnehmenden Denkmäler zur Kulisse für einzigartige Erzählungen. Im Loiretal entführt das Château d'Azay-le-Rideau in eine märchenhafte Welt, die durch Dekorationen und Beleuchtung zum Leben erweckt wird. An der Atlantikküste bieten die Türme von La Rochelle eine musikalische und poetische Show, die Abenteuer und klassische Musik zu einem immersiven Erlebnis vereint. Weiter östlich, in der Aube-Region, lässt sich das Château de La Motte-Tilly von der Welt Charles Dickens' inspirieren und bietet eine Theaterführung, die direkt von „Eine Weihnachtsgeschichte“ inspiriert ist. Im Süden bricht der Tour de Constance in Aigues-Mortes mit traditionellen Weihnachtsmotiven und präsentiert eine futuristische visuelle Erzählung, die mittelalterliches Erbe mit zeitgenössischer digitaler Kunst verbindet.

Paris und seine Umgebung: zwischen monumentaler Geschichte und neu interpretierten Erzählungen

Die Hauptstadt steht in dieser Ausgabe im Mittelpunkt, mit zehn Pariser Monumenten im Programm. Das Panthéon verwandelt sich in einen Raum für poetische Erkundungen rund um das Werk von Aimé Césaire, wobei Texte und Lichtinstallationen eine kontemplative Atmosphäre schaffen. In der Conciergerie und der Sainte-Chapelle wird das Mittelalter durch Aufführungen, die Video, Musik und Theater verbinden, auf familienfreundliche Weise wieder zum Leben erweckt. Das Hôtel de la Marine bietet eines der umfangreichsten Programme mit einer Ausstellung dynastischer Juwelen, Schmuckworkshops, Erzählstunden über den berühmten blauen Diamanten der Kronjuwelen und einem Silvesterball im Innenhof. Der Arc de Triomphe wiederum bietet theatralische Führungen mit Schattenspielen und visuellem Storytelling, ergänzt durch Workshops für kreatives Schreiben, die die Besucher einladen, die Kunstwerke und Symbole in persönliche Geschichten zu verwandeln. Mehrere Orte außerhalb von Paris setzen diese Dynamik fort. Die Villa Savoye in Poissy geht spielerisch vor und verwandelt den Besuch in eine Schnitzeljagd. Sogar eine weihnachtliche Cluedo-ähnliche Untersuchung wird in diesem Meisterwerk der modernen Architektur angeboten. Das Château de Vincennes richtet sich mit Schnitzeljagden, Glasmalerei-Workshops und Mitmachaktionen speziell an ein jüngeres Publikum. In der Basilika Saint-Denis werden mittelalterliche Fabeln in einer humorvollen Erzählvorführung neu interpretiert, bevor Workshops zum Basteln von Weihnachtsdekorationen stattfinden.

Erweiterter Zugang und eine Einladung zur Wiederentdeckung des kulturellen Erbes

Die meisten Aktivitäten im Rahmen von „Geschichten und Erzählungen“ sind für alle unter 26 Jahren ohne Aufpreis zugänglich (Eintrittspreise für Erwachsene ausgenommen). Diese Preisgestaltung unterstreicht das Engagement für Barrierefreiheit und kulturellen Austausch und ermutigt junge Besucher, Orte zu erkunden, die mitunter als einschüchternd empfunden werden. Angesichts des erwarteten Besucherandrangs in den Schulferien empfehlen die Veranstalter dennoch eine frühzeitige Buchung. Mit diesem Programm bekräftigt das Centre des Monuments Nationaux (Nationales Denkmalzentrum) seine bewährte Strategie: Kulturerbestätten in lebendige Orte zu verwandeln, die zeitgenössische Kreativität aufnehmen, ohne ihre Geschichte zu verleugnen. Indem Schlösser, Basiliken und ikonische Denkmäler in Schauplätze für Erzählungen verwandelt werden, bettet die Veranstaltung Weihnachten in einen kulturellen Kontext ein, in dem der Zauber nicht nur in der Dekoration, sondern auch in der Kraft des Geschichtenerzählens und der gemeinsamen Fantasie liegt.