Das Festival Printemps des Comédiens wurde vom regionalen Rechnungshof wegen seines „besorgniserregenden“ Managements kritisiert.
Das Festival Printemps des Comédiens wurde vom regionalen Rechnungshof wegen seines „besorgniserregenden“ Managements kritisiert.

Die regionale Rechnungskammer (CRC) von Okzitanien veröffentlichte am Montag, den 8. Juni, einen vernichtenden Bericht über die Leitung des Printemps des Comédiens, eines der wichtigsten Theaterfestivals Frankreichs, das 1987 in Montpellier gegründet wurde. Die Finanzbehörde prangert „erhebliche Management- und Kontrollmängel“ im Zeitraum von 2019 bis 2024 unter der Leitung von Jean Varela an, der die Institution von 2011 bis Ende 2025 leitete. Der Bericht, der auf eine Beschwerde des Präsidenten des Departementsrats von Hérault zurückgeht, weist insbesondere auf eine „gewisse Aushöhlung der Kontrollbefugnisse zugunsten des Direktors allein“ hin: Ohne die notwendigen Befugnisse und Delegationen zu besitzen, habe Jean Varela angeblich „einen Großteil der Entscheidungsfindung an sich gerissen“, wodurch viele Ausgaben „nicht ausreichend begründet“ gewesen seien.

Schlecht dokumentierte Ausgaben, 12,8 Millionen Euro an schlecht kontrollierten öffentlichen Subventionen

Die regionale Rechnungskammer (CRC) führt mehrere konkrete Beispiele an: zwei vom Direktor unterzeichnete, ausgehandelte Kündigungsvereinbarungen über insgesamt 143.000 € sowie die „mangelhaft detaillierten“ Budgets zweier großer Produktionen – 720.529 € für Ivo van Hoves „After the Rehearsal/Persona“ im Jahr 2023 und 911.517 € für Romeo Castelluccis „Bérénice“ mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle im Jahr 2024. Über sechs Jahre erhielt das Festival 12,8 Millionen € an öffentlichen Geldern vom Departement, der Metropolregion Montpellier, der Zentralregierung und der Regionalregierung. Diese Geldgeber hätten ihre Kontrollfunktion jedoch „nicht ausreichend wahrgenommen“, betont die CRC. Die Präsidentin des Gerichts, Valérie Renet, erklärte auf einer Pressekonferenz, der Anteil des Budgets für das künstlerische Programm sei in diesem Zeitraum von 40 % auf 30 % gesunken – ein Zeichen für einen strukturellen Niedergang. Jean Varela seinerseits bestreitet die Diagnose und erklärte gegenüber der regionalen Rechnungskammer (CRC), der Verein habe „positive Bilanzen mit einem Überschuss von 183.000 €“ vorgelegt. Diese Darstellung wird vom Bürgermeister von Montpellier, Michaël Delafosse, zurückgewiesen. Gegenüber der AFP erklärte er, er habe „das Ausmaß des Defizits zur Kenntnis genommen, das die Metropole ausgeglichen hat“, und schließe rechtliche Schritte „nicht aus“. Die Metropole beendete Jean Varelas Tätigkeit im Dezember 2025 aufgrund „finanzieller Unsicherheiten und mangelnder Transparenz des Managements“. Der Name seines Nachfolgers, der von einer Jury bestimmt wird, soll am Mittwoch bekannt gegeben werden.

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