Das Avignon Festival 2026 wird südkoreanische darstellende Künste präsentieren.
Das Avignon Festival 2026 wird südkoreanische darstellende Künste präsentieren.

Für seine 80. Ausgabe, die vom 4. bis 25. Juli 2026 stattfindet, rückt das Festival von Avignon eine in Europa noch relativ unbekannte Szene in den Fokus: die südkoreanische darstellende Kunst. Mit 47 Aufführungen im Programm, darunter 30 Neuproduktionen, möchte diese Ausgabe eine neue Perspektive auf eine künstlerische Tradition eröffnen, die oft vom internationalen Erfolg von K-Pop und Fernsehserien überschattet wird.

Ein Programm mit Schwerpunkt auf Entdeckung

Laut einer Meldung der AFP werden südkoreanische Werke rund 21 % des Programms ausmachen. Diese Entscheidung traf Festivaldirektor Tiago Rodrigues, der über die bereits gängigen Formen der „Soft Power“ hinausgehen und Nischenformen künstlerischer Ausdrucksformen präsentieren möchte. Dokumentartheater, zeitgenössischer Tanz und hybride Formen: Die koreanische Präsenz verspricht vielfältig und ambitioniert zu werden.

Neun Werke aus Südkorea wurden ausgewählt – eine Premiere seit fast drei Jahrzehnten, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Zu den eingeladenen Künstlern gehören Koo Jaha, Gewinner des Internationalen Ibsen-Preises 2026, sowie Lee Kyung-sung, Lee Jin-yeob und Her Sung-im, die die Vielfalt des zeitgenössischen Bühnenschaffens unterstreichen.

Han Kang und Julien Gosselin im Mittelpunkt der Ausgabe

Die Literatur wird mit der Anwesenheit der südkoreanischen Schriftstellerin Han Kang, der Literaturnobelpreisträgerin von 2024, gefeiert. Laut AFP wird eine zweisprachige Lesung ihrer Werke präsentiert, mit Isabelle Huppert und der Schauspielerin Hyeyoung Lee. Einer ihrer Romane wird zudem von der italienischen Regisseurin Daria Deflorian für die Bühne adaptiert.

Das Festival wird im Ehrenhof des Papstpalastes mit „Maldoror“, einem fünfstündigen Spektakel von Julien Gosselin, eröffnet. Tiago Rodrigues beschreibt dieses Projekt als eine „groß angelegte“ Produktion mit großer künstlerischer Freiheit; es reiht sich ein in die Tradition ambitionierter Inszenierungen, die jede Ausgabe des Festivals prägen.

Mit 24 französischen und 25 internationalen Künstlern, von denen die meisten zum ersten Mal eingeladen sind, bekräftigt die Ausgabe 2026 das Engagement des Festivals für neue musikalische Ausdrucksformen. Parallel dazu wird das „Off“-Festival die Stadt weiterhin mit Hunderten von Aufführungen bereichern. Diese Jubiläumsausgabe legt besonderen Wert auf Offenheit und Entdeckung und erweitert den Horizont des Publikums über die etablierten Bühnen hinaus.

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