Epstein-Fall: Neue Dokumente entfachen den Skandal um Prinz Andrew neu.
Epstein-Fall: Neue Dokumente entfachen den Skandal um Prinz Andrew neu.

Neue Dokumente des US-Justizministeriums haben die ohnehin schon an den Rand gedrängte Kontroverse um Prinz Andrew innerhalb der britischen Königsfamilie neu entfacht. In den seit 2010 vorliegenden Korrespondenzen schlägt Jeffrey Epstein, der wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilte und wegen Sexualverbrechen angeklagte US-Finanzier, dem Bruder von König Charles III. ein Treffen mit einer 26-jährigen Russin vor, die als „schön und intelligent“ beschrieben wird.

In einer E-Mail vom 12. August 2010 erwähnt Epstein eine „Freundin“, die der Prinz möglicherweise in London treffen möchte. Andrew fragt, was über sie gesagt wurde und ob die junge Frau ihr eine Nachricht übermitteln solle. Anschließend teilt er mit, dass er am 22. August in Genf sein werde, und erklärt, er freue sich darauf, sie zu sehen. Die Dokumente bestätigen nicht, dass ein Treffen tatsächlich stattfand.

Finanzielle Einigung, Selbstmord von Virginia Giuffre: Der Fall kommt wieder hoch.

Die gleichen Enthüllungen belegen den Schriftwechsel, in dem Andrew Epstein kurz nach dessen Hausarrest in den Buckingham Palace einlädt. In einer Nachricht vom 27. September 2010 besteht Epstein auf einem „privaten“ Treffen, woraufhin Andrew ein Abendessen im Palast vorschlägt, um „ausreichend Zeit für sich“ zu haben, und seine Verfügbarkeit in einem bestimmten Zeitraum festlegt. Auch hier gibt es keine Beweise dafür, dass diese Einladung jemals angenommen wurde.

Nachdem ihm bereits seine königlichen Titel aberkannt und er aus seiner offiziellen Residenz in Windsor entfernt worden war, wird der Herzog von York weiterhin von seinen Verbindungen zu Epstein verfolgt. Sein Ruf wurde durch die Anschuldigungen von Virginia Giuffre, die ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigte, als sie minderjährig war, nachhaltig beschädigt. Ein Zivilprozess endete 2022 mit einer finanziellen Einigung ohne Schuldeingeständnis. Giuffre beging im April in Australien Selbstmord, und diese neuen Dokumente bestärken den Verdacht, dass Andrew und Epstein auch nach 2010 weiterhin Kontakt hatten.